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DPD am Pranger in Österreich – gibt es die gleichen Probleme in Deutschland?

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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In einem Artikel von der österreichischen Zeitung „Der Standard“ werden am Donnerstag schwere Vorwürfe gegen den DPD-Paketversand in Kalsdorf bei Graz erhoben. Mitarbeiter sollen demnach täglich 15 Stunden arbeiten und weniger als sechs Euro Nettostundenlohn verdienen. Die Gewerkschaft bestätigt Missstände.

Die Zeitung beruft sich auf mehrere hundert Seiten Dokumente aus dem Logistikzentrum Kalsdorf bei Graz – darunter Stundenlisten, Fahrtenlisten, Arbeitsverträge und Lohnzettel. Diese Dokumente würden mehrere Dutzend Beschäftigte betreffen. Betreiber des DPD-Depots 0628 in Kalsdorf ist die Gebrüder Weiss Paketdienst Ges.m.b.H, einer der drei Gesellschafter von DPD.

Geschildert werden dubiose Vertragskonstrukte, angebliches Lohndumping und Sozialbetrug sowie überlange Arbeitszeiten von bis zu 17 Stunden an einem Tag, fehlende Pausen, unbezahlte Überstunden und ausstehende Gehälter. Man habe auch zahlreiche Gespräche mit Fahrern des Logistikzentrums geführt. Ein anonymisierter Fahrer schilderte, dass er pro Tag 100 bis 200 Stationen anfahre, im Auto während der Fahrt esse und keine Zeit für Pausen habe. Werde ein Paket falsch oder zu spät zugestellt, müsse er bis zu 50 Euro Strafe bezahlen. Sein Stundenlohn im April liege netto bei rund 5,20 Euro. Das Unternehmen DPD weise die Vorwürfe laut „Der Standard“ zurück.

https://steiermark.orf.at/stories/3201925/

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