Donald Trump hat mal wieder große Pläne – diesmal nicht für ein Hotel oder einen Golfplatz, sondern für den wohl renommiertesten Preis der Welt: den Friedensnobelpreis. Der frühere US-Präsident ist überzeugt, dass ihm die Auszeichnung zusteht. Die Jury in Oslo sieht das offenbar anders.
„Sie werden ihn mir nie geben. Ich verdiene ihn, aber ich bekomme ihn nie“, jammerte Trump bei einem Treffen mit Israels Premierminister Netanyahu. Der hatte ihn übrigens selbst für den Preis vorgeschlagen – ausgerechnet.
Doch wie realistisch ist Trumps Wunsch wirklich?
Nobelpreis für Sprengkraft oder Friedensstifter?
Der Friedensnobelpreis geht laut dem Testament von Alfred Nobel, dem Erfinder des Dynamits, an denjenigen, der „am meisten zur Völkerverständigung beigetragen“ hat. Laut Friedensforschern und Nobel-Experten klingt das nicht unbedingt nach Trump, der sich lieber mit Zöllen, Austritten aus Abkommen und Twitter-Kriegen beschäftigt hat.
„Trumps Chancen sind sehr schwach“, sagt Øivind Stenersen, Historiker am norwegischen Nobel-Institut.
Trumps Argumente – und die Realität
Trump verweist stolz auf seine Rolle bei den Abraham-Abkommen (2020), die Israel mit mehreren arabischen Staaten zusammenbrachten. Auch einen Waffenstillstand zwischen Israel und Hamas will er kürzlich vermittelt haben – zumindest einen ersten Schritt.
Doch dann gibt es da auch:
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Den Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen
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Die Kündigung der US-Mitgliedschaft in der WHO
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Die Idee, Grönland von Dänemark zu kaufen
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Einen Handelskrieg mit Verbündeten
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Und Luftschläge nahe Venezuelas Küste, die laut Experten internationales Recht verletzen könnten
Friedensbotschafter? Eher der Elefant im Porzellanladen.
Nobelpreis-Kandidaten 2025: Wer ist wirklich im Rennen?
Trump wird zwar immer wieder nominiert (oft von politischen Freunden), aber auf der offiziellen Shortlist der norwegischen Friedensforscher taucht er nicht auf. Dort finden sich:
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Sudans Notfallhilfe-Teams, die Millionen Flüchtlinge unterstützen
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Das Komitee zum Schutz von Journalisten
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Die Internationale Strafgerichtsbarkeit
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Frauenfriedensorganisationen
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Wahlbeobachter der OSZE
Trump? Fehlanzeige.
Die Ironie: Andere Präsidenten haben ihn bekommen
Tatsächlich haben vier US-Präsidenten den Preis erhalten:
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Theodore Roosevelt (1906) – Friedensvermittler im russisch-japanischen Krieg
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Woodrow Wilson (1919) – Vater des Völkerbundes
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Jimmy Carter (2002) – Für sein Engagement nach dem Amt
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Barack Obama (2009) – Für seine Vision einer atomwaffenfreien Welt
Trump dagegen war laut einer Washington Post-Umfrage für 76 % der Amerikaner nicht preiswürdig.
Fazit: Nobelpreis oder nur nobler Wunsch?
Trump kämpft um Aufmerksamkeit – auch in Oslo. Dass er Medienberichte zufolge sogar Norwegens Finanzminister angerufen hat, um über Zölle und den Nobelpreis zu sprechen, lässt tief blicken.
Ob es klappt? Wahrscheinlich nicht. Selbst norwegische Experten sagen: „Selbst wenn er alle Kriege der Welt beendet – seine Selbstdarstellung disqualifiziert ihn in den Augen der Jury.“
Kurzum: Der Nobelpreis geht an Friedensstifter. Nicht an Blender.
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