Wer hätte gedacht, dass das stille Lächeln zweier ehemaliger First Ladies einen Streaming-Boom auslöst? Nach dem Kinostart des umstrittenen Biopics „Melania“, das das Leben der ehemaligen First Lady Melania Trump vor der zweiten Amtseinführung ihres Ehemanns porträtiert, erlebt nun auch Michelle Obamas Netflix-Dokumentation „Becoming“ einen regelrechten Hype – und das ganze vier Jahre nach ihrer Premiere.
13.000 Prozent mehr Zuschauer – Michelle ist zurück
Die Doku über Michelle Obamas erste Buch-Tournee mit dem gleichnamigen Bestseller von 2020 legte laut dem US-Analyseinstitut Luminate einen Streaming-Sprint sondergleichen hin: Die Abrufe stiegen im Februar um über 13.000 Prozent. Offenbar wollte das Publikum nach der Kinopremiere von „Melania“ dringend einen Realitätsabgleich – oder schlicht eine andere First Lady auf dem Bildschirm.
Während „Becoming“ eher klassischen Doku-Pfaden folgt – intime Backstage-Momente, literarischer Tiefgang, ein Hauch Oprah – setzt „Melania“ auf Glamour, Kalkül und knallige Kontraste.
Brett Ratners Comeback und Bezos’ Millionen-Wette
Hollywood-Drama gab es bei „Melania“ bereits hinter den Kulissen: Regisseur Brett Ratner, seit 2017 wegen Vorwürfen sexueller Belästigung in der Filmbranche persona non grata, feiert mit dem Film sein umstrittenes Comeback.
Die Produktion sorgte bereits vor Veröffentlichung für Gesprächsstoff – nicht zuletzt, weil Amazon MGM Studios satte 40 Millionen Dollar für die Filmrechte und eine geplante Doku-Serie bezahlte. Weitere 35 Millionen flossen in Marketing, vermutlich inklusive einiger goldverzierter Bildbände, patriotischer Deko und Ivankas Social-Media-Kampagne.
Der Kinostart verlief überraschend erfolgreich: Mit einem Einspielergebnis von 7 Millionen Dollar am ersten Wochenende übertraf „Melania“ alle Erwartungen – nicht schlecht für einen Film, den niemand öffentlich gut findet, aber offenbar doch jeder sehen will.
Politik, Popcorn und PR-Kunst
Während Michelle Obama ihre Doku ganz First-Lady-like erst nach der Amtszeit veröffentlichte, brach Melania Trump – wie so oft – mit Traditionen: Ihr Filmprojekt wurde bereits vor Trumps zweitem Amtsantritt veröffentlicht. Kritiker nennen das „visionär“. Andere sagen: „Marketing, wie es nur ein Trump kann.“
Streaming-Fazit: Zwei First Ladies, zwei Narrative
Ob „Becoming“ als Kontrastprogramm zur Hochglanzversion von „Melania“ wiederentdeckt wird oder ob wir es mit einem klassischen Netflix-Zufall zu tun haben – die Öffentlichkeit liebt es, wenn First Ladies sich indirekt duellieren, und sei es im Algorithmus.
Fest steht: Wer Michelle Obama sehen will, bekommt Selbstfindung, Bildung und Bibliotheken. Wer Melania wählt, bekommt Bling-Bling, Drama und jede Menge PR-Nebel.
Bleibt nur noch die Frage: Wann bekommt Jill Biden ihre Serie? Oder wartet sie einfach auf die dritte Amtszeit von Joe?
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