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Dieser ICE-Polizist ist ein Killer Tödliche Schüsse eines ICE-Beamten in Minneapolis verschärfen die Spannungen rund um den harten Migrationskurs

BrinMacen (CC0), Pixabay
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Der tödliche Schuss eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) auf eine Frau in Minneapolis hat landesweit Entsetzen ausgelöst und die ohnehin aufgeheizte Debatte über den verschärften Migrationskurs der US-Regierung weiter eskaliert. Was genau in den entscheidenden Sekunden geschah, ist trotz mehrerer Videoaufnahmen bis heute nicht eindeutig geklärt.

Was bisher bekannt ist

Die getötete Frau wurde als Renee Nicole Good (37) identifiziert. Sie war US-Bürgerin, Mutter von drei Kindern und erst vor Kurzem nach Minnesota gezogen. Nach Angaben von Angehörigen hatte sie am Morgen des Vorfalls gerade ihren sechsjährigen Sohn zur Schule gebracht, als sie mit ihrem Partner auf ICE-Beamte traf.

Das Heimatschutzministerium verteidigte den Schützen. Ministerin Kristi Noem erklärte, Good habe versucht, den Beamten mit ihrem Fahrzeug zu überfahren. Der ICE-Agent habe in Notwehr gehandelt, um sein eigenes Leben und das seiner Kollegen zu schützen. Staatliche und kommunale Behörden widersprachen dieser Darstellung jedoch deutlich und stellten infrage, ob tatsächlich eine akute Gefahr bestanden habe.

Videos werfen Fragen auf

CNN sichtete mehrere Aufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie zeigen ein komplexes und widersprüchliches Bild. Klar ist: Goods SUV stand mehrere Minuten lang quer auf einer verschneiten Straße. Zu sehen ist, wie sich mehrere ICE-Fahrzeuge nähern und Beamte um das Auto herum positionieren. Kurz darauf fällt ein Schuss aus nächster Nähe. Ob Good tatsächlich versuchte, den Beamten anzufahren, bleibt anhand der Videos unklar.

Wut, Trauer und Proteste in der Stadt

Unmittelbar nach der Tat versammelten sich Hunderte Menschen am Tatort. Zunächst kam es zu Protesten gegen die Strafverfolgungsbehörden, später wandelte sich die Stimmung in eine Mahnwache zum Gedenken an Renee Good. Kerzen, Blumen und handgeschriebene Schilder mit Aufschriften wie „ICE NOT WELCOME“ und „REMEMBER 1.7.26“ füllten einen ganzen Straßenblock.

Aus „Sicherheitsbedenken“ heraus schlossen die Minneapolis Public Schools alle Schulen der Stadt für den Rest der Woche. Auch sämtliche schulischen Veranstaltungen, Sportprogramme und Weiterbildungsangebote wurden abgesagt.

Politische Reaktionen

Minneapolis’ Bürgermeister Jacob Frey reagierte ungewöhnlich scharf. Er forderte ICE öffentlich auf, „aus Minneapolis zu verschwinden“, und widersprach der Darstellung des Heimatschutzministeriums. Der Vorfall sei ein weiterer Beleg dafür, dass der aggressive Einsatz föderaler Behörden die Stadt destabilisiere.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Vorfall als „grausame Situation“. Nach dem Ansehen des Videos sagte er, es sei „schrecklich mitanzusehen“, vermied jedoch eine klare Aussage dazu, ob der Schuss gerechtfertigt gewesen sei. Gleichzeitig machte er frühere Einwanderungspolitiken für die Eskalation verantwortlich.

Wer war Renee Good?

Renee Good lebte die meiste Zeit ihres Lebens in Colorado. Nach dem Tod ihres Ehemanns – eines Militärveteranen – zog sie zeitweise zu ihren Eltern und später nach Minnesota. Freunde und Angehörige beschrieben sie als gläubige Christin, engagierte Mutter, Sängerin und Schriftstellerin. Sie studierte Englisch und Kreatives Schreiben und gewann 2020 einen Literaturpreis. In sozialen Medien bezeichnete sie sich selbst als „Poetin, Autorin, Ehefrau und Mutter“.

Ermittlungen laufen

Der Vorfall wird nun vom FBI sowie vom Minnesota Bureau of Criminal Apprehension untersucht. Politiker beider Parteien, Bürgerrechtsorganisationen und Angehörige fordern eine lückenlose und transparente Aufklärung.

Fest steht: Der Tod von Renee Good hat Minneapolis erschüttert – und wirft erneut die Frage auf, wie weit staatliche Gewalt im Namen von Sicherheit und Migrationskontrolle gehen darf.

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