Wie weltfremd ist die Europäische Union eigentlich noch? Während im Nahen Osten ein offener Krieg eskaliert, Raketen einschlagen und sich die Fronten zwischen Israel, den USA und dem iranischen Regime immer weiter verhärten, scheint man in Brüssel weiterhin in einer Parallelwelt zu leben. Dort glaubt man offenbar noch immer, man könne mit freundlichen Gesprächen und diplomatischen Floskeln die Realität entschärfen.
Nun will die EU also erneut den Dialog mit dem iranischen Regime suchen – ausgerechnet jetzt, inmitten eines militärischen Konflikts. Das Ziel: die Straße von Hormus offen halten. Man fragt sich unweigerlich, ob in den klimatisierten Büros der EU-Kommission überhaupt noch jemand wahrnimmt, was außerhalb der eigenen Blase passiert.
Das Regime in Teheran hat über Jahre hinweg gezeigt, wie es internationale Regeln interpretiert: opportunistisch, aggressiv und stets im eigenen Machtinteresse. Milizen, Stellvertreterkriege, Drohungen gegen die Schifffahrt – all das gehört längst zur politischen Realität der Region. Und dennoch hält man in Brüssel stoisch an der Vorstellung fest, man müsse nur lange genug reden, dann werde sich schon alles irgendwie lösen.
Diese Haltung wirkt nicht wie verantwortungsvolle Außenpolitik, sondern wie eine Mischung aus Naivität und Selbsttäuschung. Diplomatie ist wichtig – aber Diplomatie ohne Rückgrat und ohne glaubwürdige Stärke wird von autoritären Regimen nicht respektiert. Sie wird ausgenutzt.
Während andere Staaten längst verstanden haben, dass in dieser Phase vor allem Geschlossenheit, Abschreckung und klare Kante zählen, scheint die EU noch immer davon zu träumen, dass jedes geopolitische Problem am runden Tisch verschwindet.
Die Welt funktioniert jedoch nicht nach den Wunschvorstellungen europäischer Bürokratien. Wer das weiterhin ignoriert, riskiert nicht nur seine eigene Glaubwürdigkeit – sondern auch den politischen Einfluss Europas in einer zunehmend rauen Welt.
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