Nach Angaben des US-Handelsministeriums wuchs das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal (Oktober bis Dezember) auf das Jahr hochgerechnet nur um 1,4 Prozent. Ökonomen, die von Reuters befragt wurden, hatten dagegen mit 3,0 Prozent gerechnet – also mit mehr als dem Doppelten. Im Quartal davor hatte die US-Wirtschaft noch kräftige 4,4 Prozent Wachstum geschafft.
Ein zentraler Bremsklotz: der 43 Tage dauernde Shutdown im Herbst, ausgelöst durch den wochenlangen Haushaltsstreit in Washington. Der Stillstand traf Behörden, Aufträge und Investitionen – und drückte das Tempo der Wirtschaft spürbar. Dass die Veröffentlichung der Daten sich wegen der politischen Turbulenzen auch noch um Wochen verzögerte, macht die Sache kommunikativ nicht besser.
Trump selbst hatte bereits vor Veröffentlichung in sozialen Medien eingeräumt, der Shutdown habe mindestens zwei Prozentpunkte Wachstum gekostet. Gleichzeitig nutzte er die schwachen Zahlen, um die US-Notenbank Fed erneut unter Druck zu setzen und Zinssenkungen zu fordern.
Unterm Strich steht für Trump ein doppeltes Problem: Erstens fällt das Wachstum ausgerechnet nach einem selbst mitverursachten Budgetchaos schwach aus. Zweitens liefert der Einbruch seinen Kritikern eine Steilvorlage – denn wenn wirtschaftliche Stabilität das Verkaufsargument sein soll, wirkt ein Shutdown mit anschließendem Wachstumsdämpfer wie ein Eigentor in Zeitlupe.
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