Im neuesten Entwurf ihres Wahlprogramms zeigt die Union, dass sie den Schlüssel zu Deutschlands Glück entdeckt hat: Gesetze abschaffen und Steuern senken! CDU und CSU versprechen den Wählern deutliche Steuererleichterungen, die wahrscheinlich so großzügig ausfallen, dass man sich fragt, wie der Staat danach überhaupt noch Geld verdienen soll – aber hey, Details sind was für Langweiler.
Die Einkommenssteuer soll gesenkt werden, und der Spitzensteuersatz? Der soll in noch weitere, luftige Einkommenshöhen verschoben werden. Für den Fall, dass das noch nicht reicht, wird natürlich auch der Solidaritätszuschlag für die Gutverdiener gestrichen. Schließlich, wer Millionen verdient, hat doch die meisten Probleme, oder?
Für Berufspendler gibt’s eine höhere Pauschale, weil die Spritpreise ja wirklich schockierend sind. Was für ein Glück, dass die Union das Verbrenner-Verbot kippen will. Schließlich wäre es ja eine Katastrophe, wenn jemand tatsächlich über Alternativen wie E-Autos oder öffentliche Verkehrsmittel nachdenken müsste.
Auch die Gastronomie darf sich freuen: Der Mehrwertsteuersatz auf Speisen soll auf sieben Prozent sinken. Ein Schelm, wer denkt, dass das nicht in erster Linie den Gastronomen zugutekommt. Aber was soll’s, ein billigerer Restaurantbesuch fühlt sich für alle erstmal wie ein Sieg an.
Und jetzt zum Highlight: Die Union will gleich mehrere Gesetze der Ampel-Regierung abschaffen. Das Heizungs-Gesetz? Weg damit, wir mögen unsere Heizungen schön alt und klimaschädlich! Das Cannabis-Gesetz? Auf keinen Fall – schließlich ist ein Feierabendbier doch völlig ausreichend! Und das Verbrenner-Verbot? Also bitte, wer will schon in einer Welt ohne röhrende Motoren leben?
Das Bürgergeld soll natürlich auch reformiert werden – mit „strengeren Regelungen“. Schließlich muss man ja irgendwo sparen, wenn man gleichzeitig Steuern senken, Subventionen verteilen und Gesetze abschaffen will. Und wer braucht schon soziale Sicherheit, wenn man strenge Regeln haben kann?
Für Vorschulkinder plant die Union verpflichtende Sprachtests. Natürlich, weil es bei den drängenden Problemen dieses Landes nichts Wichtigeres gibt, als Dreijährige zu fragen, ob sie schon wissen, was ein Dativobjekt ist.
Mit diesem Wahlprogramm präsentiert die Union ihre Vision für Deutschland: Alles Alte bleibt, alles Neue weg. Steuererleichterungen für die, die es nicht brauchen, und ein bisschen Nostalgie für alle anderen. Ob das die Probleme des Landes löst? Wahrscheinlich nicht. Aber Hauptsache, es klingt nach einem schönen „Früher war alles besser“.
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