Nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht im Schweizer Skiort Crans-Montana, bei dem 40 Menschen ums Leben kamen, bleibt der Betreiber der Bar „Le Constellation“, Jacques Moretti, weiterhin in Untersuchungshaft. Das zuständige Gericht im Kanton Wallis hat den Antrag der Staatsanwaltschaft bestätigt. Die Haft ist vorerst auf drei Monate befristet, eine Freilassung gegen Auflagen bleibt möglich.
Moretti und seine Frau Jessica werden verdächtigt, durch grobe Fahrlässigkeit den tödlichen Brand mitverursacht zu haben. In der Bar sollen pyrotechnische Effekte an Champagnerflaschen entflammbaren Deckenschaum entzündet haben. Zahlreiche Gäste konnten nur durch den engen Haupteingang fliehen. Eine Notausgangstür blieb offenbar verschlossen. Über 100 Menschen wurden verletzt, viele davon schwer.
Gegen Jacques Moretti wird unter anderem wegen Fluchtgefahr ermittelt. Seine Frau Jessica bleibt auf freiem Fuß. Die Verteidigung begrüßt die gerichtliche Entscheidung: Sie ermögliche eine spätere Freilassung unter Auflagen und unterstreiche den Willen des Paares, sich dem Verfahren zu stellen.
Inzwischen mehren sich Hinweise auf Verstöße gegen Bau- und Gastgewerbevorschriften. Auch die Gemeinde Crans-Montana hatte sich als Nebenklägerin ins Verfahren einklinken wollen, wurde jedoch vom Gericht abgewiesen.
Der Vorfall hat nicht nur rechtliche, sondern auch emotionale Wellen geschlagen. Angehörige der Opfer fordern Aufklärung und Gerechtigkeit. Viele der Todesopfer waren junge Menschen, darunter Angestellte der Bar. Ein Vater sagte im Interview: „Es gibt eine Zeit für Trauer – und eine für Wut.“
Die Ermittlungen laufen weiter. Die Behörden prüfen auch, wie ein vorbestrafter Betreiber überhaupt eine Gastrolizenz erhalten konnte. In der Zwischenzeit bleibt Jacques Moretti in Haft – und für 40 Menschen ist klar: Sie werden nie mehr nach Hause zurückkehren.
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