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Die Rechnung kommt später – Wie Trumps Politik der „America First“-Strategie der US-Wirtschaft langfristig schaden könnte

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Die kurzfristige Logik von Donald Trumps Wirtschaftspolitik scheint klar: Protektionismus, Handelszölle, nationale Alleingänge und die konsequente Durchsetzung amerikanischer Interessen – koste es, was es wolle. Doch während Trump seine „America First“-Maxime in internationalen Foren wie Davos wiederholt, bahnen sich in aller Stille langfristige Verwerfungen an, die massive wirtschaftliche Rückwirkungen für die USA haben könnten.

Weltordnung in der Neuausrichtung – Europa und Kanada schauen nach Osten

Trumps demonstrative Missachtung multilateraler Institutionen und Bündnisse wie der NATO oder der WTO sowie seine aggressive Handelspolitik treiben viele bisherige Partnerstaaten förmlich in die Arme anderer Weltmächte. Europa und Kanada – traditionell eng mit den USA verbunden – orientieren sich zunehmend nach Asien und Südamerika.

  • Freihandelsverhandlungen mit Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien u. a.) werden in Brüssel wiederbelebt.

  • China tritt diplomatisch und ökonomisch zunehmend als Gegenspieler der USA auf – und findet in enttäuschten US-Partnern neue Verbündete.

  • Indien, lange ein strategischer Zögling, wird durch Trumps Konfrontationskurs als geostrategischer Partner schwerer kalkulierbar – und richtet sich ebenfalls stärker auf eigene Vorteile aus.

Das Resultat: Die USA laufen Gefahr, von globalen Lieferketten und Zukunftsprojekten ausgeschlossen zu werden – insbesondere bei klimarelevanter Technologie, Rohstoffen und Infrastrukturvorhaben.

 Rüstungsindustrie: Der große Kollateralschaden

Ein besonders empfindlicher Sektor: Die US-Rüstungsindustrie. Jahrzehntelang war sie der Primärlieferant für NATO-Partner. Doch mit wachsendem Misstrauen gegenüber Washington und realen Zweifeln an der Verlässlichkeit der USA wächst in Europa der Wille zur Unabhängigkeit – auch militärisch.

  • Frankreich und Deutschland treiben gemeinsame europäische Rüstungsprojekte (z. B. Kampfjets, Panzer) massiv voran.

  • Die gemeinsame europäische Raketenabwehr gewinnt an politischer Dynamik – ohne US-Komponenten.

  • Kanada, traditionell Kunde bei Boeing und Lockheed Martin, prüft inzwischen Alternativen im asiatischen Raum oder aus eigener Fertigung.

Weniger Nachfrage bedeutet auf Sicht Produktionsrückgang, Werkschließungen und Arbeitsplatzverluste in der US-Rüstungsindustrie – besonders in Bundesstaaten, die Trump als Hochburgen gelten.

Isolation hat einen Preis – und der ist wirtschaftlich

Trump präsentiert seine Politik als Sieg für den kleinen amerikanischen Arbeiter – doch diese Hypernationalisierung könnte genau denen schaden, für die sie gedacht war. Denn:

  • Exportmärkte brechen weg,

  • Technologiebündnisse lösen sich auf,

  • strategische Projekte wandern ab.

Besonders zukunftsweisende Sektoren wie grüne Energie, Mikrochips oder Raumfahrttechnologie werden in einem post-amerikanischen Koordinatensystem vermehrt ohne die USA geplant.

Was droht den USA konkret?

  • Handelsdefizite, weil neue Märkte verloren gehen

  • Rückgang ausländischer Direktinvestitionen, weil internationale Unsicherheit wächst

  • Jobverluste in Hightech, Luftfahrt und Maschinenbau

  • Verlust geopolitischen Einflusses, der sich wirtschaftlich niederschlägt

Fazit: Trumps Wirtschaftspolitik könnte langfristig genau das Gegenteil von „America First“ bewirken

Statt die amerikanische Wirtschaft zu stärken, droht eine gefährliche Selbstisolierung – mit globaler Abkehr von den USA als Handelspartner, Technologiemacht und militärischem Anker. Die wirtschaftlichen Spätfolgen dieser Politik könnten gravierend sein und ganze Industriezweige unter Druck setzen.

Wenn Europa, Kanada und andere Partner eigene Wege gehen, bleibt Amerika am Ende vielleicht wirklich allein zurück – mit leeren Fabriken, weniger Einfluss und einer Zukunft, die anders aussieht, als Trumps Anhänger sich erhoffen.

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