Die Monroe-Doktrin ist eine außenpolitische Grundsatzerklärung der Vereinigten Staaten, die am 2. Dezember 1823 vom damaligen US-Präsidenten James Monroe verkündet wurde. Sie gilt als ein zentraler Baustein der amerikanischen Außenpolitik im 19. und 20. Jahrhundert.
🧭 Kernaussagen der Monroe-Doktrin:
- Keine europäische Kolonisation in Amerika:
- Die USA erklärten, dass der amerikanische Kontinent (Nord- und Südamerika) nicht mehr als Kolonialgebiet für europäische Mächte zur Verfügung stehe.
- Jede neue Kolonisierung oder Einmischung in die Unabhängigkeit der Staaten auf dem Kontinent würde als feindlicher Akt gegen die USA betrachtet.
- Nicht-Einmischung der USA in Europa:
- Im Gegenzug verpflichteten sich die USA, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Europas oder in europäische Kriege einzumischen.
- Ziel: Schutz der westlichen Hemisphäre
- Die Doktrin diente primär dazu, Lateinamerika vor einer Rückeroberung durch europäische Kolonialmächte zu schützen – besonders nach den Unabhängigkeitsbewegungen in vielen lateinamerikanischen Ländern.
🏛️ Historischer Kontext:
- Anfang des 19. Jahrhunderts hatten viele Länder in Lateinamerika ihre Unabhängigkeit von Spanien und Portugal erkämpft.
- Gleichzeitig bestand die Gefahr, dass die Heilige Allianz (Russland, Österreich, Preußen, Frankreich) monarchistische Regime wieder einsetzen wollte – auch in Übersee.
- Großbritannien, das wirtschaftlich von unabhängigen Märkten profitierte, unterstützte informell die Monroe-Doktrin, auch wenn es keine offizielle Allianz gab.
📌 Bedeutung:
- Anfangs hatte die Monroe-Doktrin kaum praktische Wirkung, da die USA noch nicht die militärische Macht hatten, ihre Ansprüche durchzusetzen.
- Im Laufe der Zeit wurde sie aber zur Legitimationsbasis für die amerikanische Vormachtstellung in der westlichen Hemisphäre.
- Sie wurde von späteren Präsidenten weiterentwickelt und teils missbraucht, etwa für Interventionen in Lateinamerika (z. B. Roosevelt-Corollary 1904).
🔍 Kritik:
- Die Doktrin wurde von vielen lateinamerikanischen Staaten als Deckmantel für US-Imperialismus empfunden.
- Sie markierte den Beginn einer dominanten US-Rolle in Mittel- und Südamerika, oft auf Kosten der Souveränität der betroffenen Staaten.
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