Die Miete ist zu hoch? Kein Problem, einfach die App der Linken öffnen, ein paar Klicks – zack! – und schon steht der Vermieter unter Beobachtung. Willkommen in der schönen neuen Welt digitaler Gerechtigkeit: Die Mietwucher-App, powered by Empörung, zeigt, was passiert, wenn Wohnen zur Rendite mutiert – und die Politik zur App-Entwicklung.
135.000 Nutzer seit November – das ist mehr als manche Dating-Plattform schafft. Und statt „Sie haben ein Match“ heißt es hier: „Sie zahlen 242 Euro zu viel – jeden Monat.“ Fast romantisch, nur mit weniger Zärtlichkeit und mehr Paragraf 5 des Wirtschaftsstrafgesetzes.
Vermieter zittern, Mieter klicken
Die Linke hat es geschafft, sich aus der außerparlamentarischen Bedeutungslosigkeit ins Wohnzimmer zurückzuwischen – und zwar über WLAN. Während andere Parteien noch über Wohnungsbau streiten, sagt die Linke: „Wir bauen erstmal ein digitales Meldeamt für Mietschmerz.“ Ergebnis: Über 5000 Beschwerden bei Behörden – wahrscheinlich mehr als bei der Bahn im gesamten Februar.
Ob die Miete zu hoch ist? Die App rechnet das für dich aus. Und wenn du mutig genug bist, wird die Info auch gleich ans Wohnungsamt weitergeleitet. Keine Sorge, nur wenn du willst. Schließlich leben wir in einer Demokratie. Mit 59 Prozent Mietaufschlag.
Mietwucher oder nur kreative Marktwirtschaft?
Der Tatbestand ist so alt wie der Mietvertrag: Ist der Preis mehr als 20 Prozent über dem Mietspiegel, ist’s Ordnungswidrigkeit. Bei über 50 Prozent kann’s eine Straftat sein. Also quasi Mietraub mit Zinswaffe. Während also Vermieter auf „Kaltmiete plus Möblierungsfantasie“ setzen, kämpft die Linke mit einem digitalen Taschenrechner und der Hoffnung auf Justiz.
Und siehe da: In Frankfurt wurden schon 330.000 Euro zurückgezahlt – ein Tropfen auf dem heißen Immobilienmarkt, aber hey, wenigstens ein Tropfen.
Von Köln bis Castrop-Rauxel: Die App expandiert
Ab Montag wird auch in NRW durchgerechnet: Köln, Bonn, Münster, Bochum. Das Rheinland bibbert – weniger vor Hitze, mehr vor Rückforderungen. Bald wird’s heißen: Wer im Altbau sitzt, sollte die App meiden oder den Mietvertrag gleich in bar verhandeln.
Und die Politik?
Caren Lay von den Linken fordert, Paragraf 5 müsse vereinfacht werden. Endlich mal jemand, der sich für Paragrafen interessiert, die nicht das eigene Spesenkonto betreffen. Derweil schlägt die Regierung vor, das Problem mit „mehr Neubau“ zu lösen – ungefähr so effektiv, wie ein Waldbrand mit Räucherstäbchen zu löschen.
Fazit: Die Mietwucher-App ist ein bisschen wie Robin Hood im App Store: Sie nimmt von den Reichen (hoffentlich) und gibt den Armen (eventuell, nach Antragsformular, Meldeweg und Rückfrage bei der Hausverwaltung). Aber immerhin tut sich was – wenn auch erstmal nur auf dem Display.
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