Wird die FDP in diesem Wahljahr noch unbedeutender?
Kurze Antwort: Ja.
Längere Antwort: Ja, mit Anlauf, Nebelkerzen und Konfettikanone.
In mehreren Bundesländern droht der Partei der politisch wohlverdiente Platz in der APO – der Außer-Parlamentarischen Orientierungslosigkeit. Und während draußen Wähler reihenweise das Licht ausknipsen, feiert sich die FDP drinnen weiter selbst.
Das sogenannte Dreikönigstreffen – diese traditionsreiche Mischung aus Selbstbeweihräucherung, PowerPoint-Optimismus und Realitätssimulation – geriet 2026 in Stuttgart endgültig zur Polit-Theateraufführung mit dem Titel:
„Wir sind wichtig, auch wenn es keiner merkt.“
Spätestens hier wird klar:
Diese Partei braucht derzeit niemand. Nicht die Wirtschaft, nicht die Gesellschaft – und offensichtlich nicht einmal mehr die Wähler.
Die FDP und ihre führenden Köpfe tragen eine erhebliche Mitverantwortung dafür, dass Deutschlands politisches Ansehen international zuletzt eher an einen unkontrollierten Börsenkurs erinnerte als an Stabilität.
Besonders nachhaltig wirkte dabei die Rolle der FDP beim Zerbrechen der Ampelkoalition – ein politischer Totalschaden mit Ansage.
Allen voran Christian Lindner, der offenbar der festen Überzeugung war, man könne mit etwas über zehn Prozent Wahlergebnis auftreten wie eine Partei mit absoluter Mehrheit – inklusive Allwissensanspruch, Richtlinienkompetenz und beleidigter Leberwurst bei Widerspruch.
Das Ergebnis:
Blockade statt Führung, Sturheit statt Pragmatismus – und ein wirtschaftspolitisches Rumirren, dessen Folgekosten nun andere auszubaden versuchen, während der ehemalige Finanzminister eifrig an seiner persönlichen Nachvermarktung arbeitet.
Alles legitim, versteht sich. Aber: Der Bürger ist nicht blind.
Und der Bürger reagiert – ganz oldschool – an der Wahlurne.
Er wählt die FDP schlicht nicht mehr.
Was bleibt, ist die vielbeschworene „neue FDP“.
Doch die Frage drängt sich auf:
Was ist daran eigentlich neu?
Neue Plakate? Neue Buzzwords? Oder einfach nur neues Führungspersonal mit der gleichen alten Selbstüberschätzung?
Die Führungskompetenz des neuen Parteivorsitzenden bleibt dabei ein Rätsel.
Vision? Unklar.
Autorität? Fraglich.
Überzeugungskraft? Bisher eher homöopathisch dosiert.
So wirkt die FDP derzeit weniger wie eine politische Kraft und mehr wie ein wirtschaftsliberaler Nostalgie-Club, der sich fragt, warum draußen niemand mehr klatscht – während drinnen der Applaus vom Band läuft.
Fazit:
Die FDP ist auf dem besten Weg, Geschichte zu werden.
Nicht als Reformmotor.
Nicht als Freiheitspartei.
Sondern als mahnendes Beispiel dafür, was passiert, wenn Selbstbild und Realität dauerhaft nicht mehr miteinander sprechen.
Oder satirisch gesagt:
Die FDP ist noch da –
aber nur, weil das politische GPS den Empfang verloren hat.
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