Es gibt Dinge, die sind so absurd, dass sie schon wieder genial wären – wenn sie nicht schlicht strafbar wären. Neuestes Highlight in der Welt der Fake-Investments: Die Handelsplattform Veratixo360 hat sich gedacht: „Ach, wen könnten wir nehmen, um Vertrauen zu schaffen? Fußballer? Schauspieler? Nein – gleich Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil!“
Und weil das Internet ja bekanntlich alles glaubt, packte man noch ein bisschen Pathos obendrauf: Ein Bundesadler als Logo, ein angebliches „Maischberger-Drama“ mit Live-Demonstration und Gewinne in fünf Minuten. Fehlt eigentlich nur noch die Meldung: „Angela Merkel hat persönlich den Algorithmus programmiert.“
Die Regierung als Nebenjob-Investmentberater?
Laut der Fake-Seite verkündet die deutsche Regierung „mit Stolz den Start von Veratixo360“. Merz und Klingbeil sollen das Ganze angeblich mit warmen Worten flankiert haben: Blockchain, Wohlstand für alle, Zukunft der Nation – der übliche Buzzword-Salat.
Blöd nur: Die ARD hatte Sommerpause, Maischberger lief gar nicht. Und Merz war vermutlich gerade damit beschäftigt, den Koalitionspartner zu ertragen, statt Kryptos zu traden.
Versprochen wird der Himmel, geliefert wird heiße Luft
Ein Schieberegler auf der Seite zeigt: Wer 100 Euro investiert, macht garantiert 130 Euro pro Woche. Ja klar – und wenn man den Regler auf 100.000 Euro schiebt, landet man vermutlich direkt auf der Forbes-Liste neben Elon Musk.
Kein Impressum, keine BaFin-Erlaubnis, keine Regierung im Rücken – nur eine Armada an Webseiten mit Endungen von .net über .top bis hin zu .app. Man könnte meinen, die Plattform sei so dezentral, dass nicht mal die Betreiber wissen, wo sie eigentlich ist.
Und die Pointe?
Im gefälschten Tagesschau-Bericht warnt Veratixo360 vor „gefälschten Seiten“ und betont: „Nur wir sind die echte Plattform!“
Das ist ungefähr so, als würde ein Einbrecher rufen: „Achtung, hier kommen gleich falsche Einbrecher – ich bin der echte!“
Fazit:
Veratixo360 ist ein Paradebeispiel dafür, wie kreativ Betrüger werden, wenn es ums Geld anderer Leute geht. Die Kanzler- und Minister-Fakes sind so dreist, dass man fast Mitleid mit den Scammern bekommt – offenbar war kein Influencer billig genug, also mussten Merz und Klingbeil unfreiwillig einspringen.
Merke: Wenn selbst die „Maischberger“-Sommerpause reanimiert werden muss, um Seriosität vorzutäuschen, sollte man sein Geld lieber in etwas Solides investieren – zum Beispiel in einen Toaster. Der liefert wenigstens warmes Brot statt heiße Luft.
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