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Die AfD und ihr „Trump-Dilemma“: Wenn der große Bruder plötzlich Bomben statt Herzen wirft

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Ach, die AfD. Eben noch mit wehenden Bannern dem amerikanischen Sonnenkönig Trump huldigend, jetzt plötzlich ganz still, als wäre in Weidels Villa in den Schweizer Bergen das WLAN ausgefallen. Der Mann, der für die Partei wahlweise Messias, Ersatzkaiser oder Twitter-Moses war, hat sich erlaubt, den Iran zu bombardieren – ausgerechnet Trump! Und das ist für die „Friedenspartei“ ungefähr so angenehm wie ein veganer Brunch im Steakhouse.

Jetzt sitzt die Partei, die sich im außenpolitischen Nebel ohnehin selten mit Kurskenntnis hervorgetan hat, in einer ganz eigenen Zwickmühle: Trump bombardiert und Israel wehrt sich, Russland ist sowieso irgendwie immer verständlich – aber wer ist jetzt eigentlich der Böse? Und wie viele Sympathien darf man gleichzeitig haben, ohne sich dabei das ideologische Rückgrat zu verrenken?

Während Chrupalla sich in brennender Sorge um das Pulverfass Nahost windet (obwohl er früher lieber das europäische Sicherheitspulver mit nassem Russlandholz gestopft hätte), laviert Weidel sich wortlos durch die Höhenlagen ihrer innerparteilichen Funkstille. Ihre Pressemitteilung zum Krieg klingt wie ein Schulaufsatz über Konfliktlösung in der 5. Klasse: „Alle sollen bitte nett zueinander sein, danke.“

Besonders charmant: Der Name Trump fällt in keiner offiziellen AfD-Mitteilung. Gar nicht. Wie bei Voldemort. Der orange Elefant im Raum wird lieber ignoriert – wahrscheinlich in der Hoffnung, dass er wieder zum knuddeligen Anti-Mainstream-Kuscheltier mutiert, sobald der Staub sich gelegt hat. In der Zwischenzeit hat Maximilian Krah, der AfD-Querdenker für alle politischen Notlagen, einfach mal proklamiert: „I stand with Trump!“ – was so klingt, als ob er gerade eine sehr peinliche Tattoo-Entscheidung getroffen hat.

Währenddessen klopft sich Björn Höcke wieder selbst auf die Schulter, weil er ja schon immer wusste, dass die USA alles nur verhindern wollen, vor allem natürlich die deutsch-russische Männerfreundschaft, inklusive Pipeline, Panzer und Patriotenkaffee.

Man könnte meinen, ein außenpolitischer Kompass wäre in der AfD mittlerweile so selten wie ein funktionierender Koalitionsvorschlag. Aber immerhin wissen jetzt alle: Die selbsternannte Friedenspartei ist dann doch eher eine Friedhofspartei – zumindest was ihre Glaubwürdigkeit betrifft.

Oder wie man im sächsischen Parteirat vielleicht sagen würde: „Wenn Trump bombt, gucken wir lieber weg. Könnte ja das falsche Land getroffen haben.“

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