Mit einer Bollywood-Hymne und einer leidenschaftlichen Rede voller globaler und kultureller Anspielungen hat Zohran Mamdani seinen historischen Wahlsieg als neuer Bürgermeister von New York City gefeiert. Der 34-Jährige ist nicht nur der erste Muslim und Asiate in diesem Amt, sondern auch der jüngste Bürgermeister der Metropole seit über 100 Jahren.
Ein multikultureller Triumph
In einer ausgelassenen Siegesfeier im Brooklyn Paramount Theater mischten sich Politik, Popkultur und persönliche Herkunft. Mamdani beendete seine Rede mit den Worten:
„Since I know you’re watching, I have four words for you: turn the volume up“ – eine direkte, ironische Ansprache an Präsident Donald Trump. Kurz darauf hallte der Bollywood-Hit „Dhoom Machale“ aus dem Film Dhoom (2004) durch die Halle – ein Aufruf, Lärm zu machen und zu feiern.
Seine Frau, Rama Duwaji, eine syrischstämmige Gen-Z-Muslima, die in Dallas und Dubai aufwuchs, gesellte sich tanzend zu ihm auf die Bühne. In seiner Rede bezeichnete er sie auf Arabisch liebevoll als „hayati“ („mein Leben“).
Eine globale Biografie
Zohran Mamdani wurde in Uganda geboren und zog mit sieben Jahren nach New York. Seine Eltern, beide indischer Herkunft, lebten zuvor in Südafrika und Uganda. Mamdani spricht fließend Hindi und Spanisch – Sprachen, die er regelmäßig in seiner Kommunikation und in Wahlkampfvideos einsetzt. Seine Kleidung – oft traditionelle Kurtas – und sein Sprachgebrauch spiegeln seine vielschichtige Identität wider.
In seiner Siegesrede zitierte er auch aus Jawaharlal Nehrus berühmter „Tryst with Destiny“-Rede von 1947, mit der Indien in die Unabhängigkeit trat:
„Ein Moment kommt – selten in der Geschichte –, in dem wir aus dem Alten ins Neue schreiten.“
Politik mit Herz und Herkunft
Mamdanis Kampagne war geprägt von progressiven Ideen und multikultureller Ansprache. Seine Wahlwerbung sprach nicht nur Englisch, sondern auch Arabisch, Spanisch und Hindi – ein Spiegel der Vielfalt im New Yorker Stadtteil Queens, den er zuvor im Landesparlament vertrat. Queens ist bekannt dafür, dass dort über 140 Sprachen gesprochen werden.
In einem seiner Wahlspots sprach Mamdani seinen Gegner Andrew Cuomo auf Arabisch direkt an:
„Release your client list, habibi“ („Veröffentliche deine Klientenliste, Freundchen“), und bezog sich damit auf mögliche wirtschaftliche Verflechtungen des ehemaligen Gouverneurs.
Nach seinem Sieg rief Mamdani seinen Unterstützern zu:
„Wenn Politik auf Augenhöhe spricht, kann eine neue Ära beginnen. Wir kämpfen für euch – weil wir euch sind. Oder wie wir auf der Steinway Street sagen: ana minkum wa alaikum.“
Das bedeutet frei übersetzt: „Wir sind von euch, und ihr seid von uns“ – eine Botschaft an die muslimisch geprägte Community in „Little Egypt“, Astoria.
Ein filmreifer Moment – mit Filmregisseurin als Mutter
Am Wahlabend stand ihm auch seine Mutter zur Seite: Mira Nair, die preisgekrönte indische Regisseurin hinter Filmen wie „Monsoon Wedding“ und „The Namesake“. Sie trug ein leuchtend blau-grünes Sari und einen traditionellen roten Bindi. In einem rührenden Moment küsste sie den Arm ihres Sohnes. Zuvor hatte sie augenzwinkernd gesagt:
„Ich bin die Produzentin des Kandidaten.“
Sein Vater, Mahmood Mamdani, ein renommierter Professor für afrikanische Studien an der Columbia University, stammt ursprünglich aus Gujarat, wuchs aber in Uganda auf. Die Familie vereint somit hinduistische und muslimische Traditionen, Ostafrika, Südasien und die amerikanische Diaspora.
Fazit: Eine neue Ära für New York
Mit Zohran Mamdani tritt ein Bürgermeister an, der für eine neue Generation steht: jung, interkulturell, mehrsprachig und politisch links. Sein Wahlsieg wird als Meilenstein für die muslimisch-amerikanische und südasiatische Community gefeiert – und als Zeichen dafür, dass in New York eine neue politische Stimme den Ton angibt. „Dhoom machale“ – „Lasst es krachen“ – war dabei mehr als ein Song. Es war eine Ansage.
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