Der Logistikkonzern DHL zeigt sich zuversichtlich, in naher Zukunft wieder uneingeschränkt Pakete und Warenpost in die USA befördern zu können. Vorständin Nikola Hagleitner erklärte gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Lage habe sich zuletzt deutlich entspannt. Sie rechne damit, dass der gewohnte Service „in den kommenden Wochen“ wiederhergestellt werden könne.
Hintergrund: Zollbestimmungen blockieren den Versand
Seit dem 22. August 2025 nimmt DHL bestimmte Sendungen in die Vereinigten Staaten nicht mehr an. Betroffen sind vor allem Pakete und Warenpostsendungen mit einem Warenwert von mehr als 100 US-Dollar. Ursache waren neue und bislang unklare Zollregelungen auf US-Seite, die die Abwicklung erheblich erschwerten. Die amerikanischen Behörden hatten die Anforderungen an Deklarationen und Prüfverfahren verschärft, ohne die Details für die Praxis rechtzeitig offenzulegen.
Für ein international agierendes Unternehmen wie DHL bedeutete dies ein erhebliches Risiko: Unvollständige oder fehlerhafte Zollangaben hätten zu langen Verzögerungen, Rücksendungen oder gar Strafzahlungen führen können. Um das zu vermeiden, stoppte der Konzern die Annahme betroffener Sendungen vorübergehend.
Auswirkungen für Kunden und Handel
Die Maßnahme traf sowohl Privatkunden als auch Onlinehändler und Exporteure, die auf einen verlässlichen Transport in die USA angewiesen sind. Viele Händler mussten kurzfristig auf teurere oder umständlichere Alternativen ausweichen, während Privatkunden ihre Päckchen oft gar nicht erst aufgeben konnten. Besonders betroffen war der grenzüberschreitende Online-Handel, der auf schnelle Lieferketten angewiesen ist.
Branchenvertreter warnten, dass sich die Unsicherheit über längere Zeit negativ auf den internationalen E-Commerce auswirken könnte. Auch kleinere Unternehmen, die ihre Waren regelmäßig in die USA exportieren, berichteten von spürbaren Umsatzeinbußen.
Hoffnung auf baldige Normalisierung
Nach Angaben von Hagleitner ist nun mehr Klarheit geschaffen. Die US-Behörden hätten weitere Informationen bereitgestellt, sodass DHL die Prozesse Schritt für Schritt anpassen könne. Ein konkretes Startdatum für die Rückkehr zum Normalbetrieb nannte das Unternehmen zwar nicht, doch die Vorständin sprach von einem „realistischen Zeitfenster von einigen Wochen“.
Für Kunden bedeutet dies, dass sie schon bald wieder mit der vollen Bandbreite an Versandoptionen rechnen können – von Warenpost über Standardpakete bis hin zu Expresslieferungen.
Signalwirkung für den internationalen Warenverkehr
Die Schwierigkeiten im USA-Geschäft haben noch einmal verdeutlicht, wie sensibel globale Lieferketten auf regulatorische Veränderungen reagieren. Für DHL und andere Logistikkonzerne ist es entscheidend, sich schnell auf neue Vorschriften einzustellen. Die angekündigte Rückkehr zum Normalbetrieb gilt deshalb nicht nur als Entlastung für Kunden, sondern auch als wichtiges Signal an den internationalen Handel.
Hagleitner betonte, dass DHL eng mit Behörden und Partnern zusammenarbeite, um künftig flexibler auf Änderungen reagieren zu können. Das Ziel sei, den Kundinnen und Kunden auch bei komplexen Rahmenbedingungen zuverlässige Transportwege anzubieten.
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