In Dormagen, irgendwo zwischen dem Kölner Karneval und Düsseldorfer Altbier, endet das Leben eines 14-jährigen Jungen – brutal, mit Stich- und Schnittverletzungen. Was früher noch Stoff für düstere Krimis am Samstagabend war, ist heute trauriger Alltag. Die Polizei ermittelt, die Mordkommission heißt passenderweise „Waldsee“, als ginge es um verschwundene Enten und nicht um tödliche Gewalt unter Minderjährigen.
Und der Hauptverdächtige? Ein Zwölfjähriger. Richtig gelesen. Kein flüchtiger Serienkiller, kein entflohener Häftling – sondern jemand, der gerade mal den Unterschied zwischen Mathehausaufgaben und Minecraft kapiert hat. Wer braucht schon ein funktionierendes Gewaltpräventionssystem, wenn man stattdessen einfach auf den Jugendmedienschutz verweisen kann?
Die Behörden schweigen sich aus – natürlich zum Schutz des Kindes. Dass ein anderes Kind gestorben ist, scheint dagegen irgendwie… nebensächlich? Persönlichkeitsrechte, Datenschutz, pädagogisch wertvolle Verdrängung – man kennt das.
Immerhin zeigt sich Dormagen „tief betroffen“. Eine Stadt ist erschüttert, es gibt eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise. Wahrscheinlich, weil man hofft, dass Bürgerengagement die Stelle des Jugendamts, der Schulsozialarbeit und einer funktionierenden Gesellschaft übernimmt.
Kurzum: Ein toter Jugendlicher, ein verdächtiges Kind, eine Belohnung – und alle hoffen auf das Beste. Willkommen in der Realität 2026. Vielleicht brauchen wir bald nicht mehr nur Schulpflicht, sondern auch eine Pflicht zur Mordprävention ab der 5. Klasse.
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