Während sich in den Hotels von Davos die Mächtigen dieser Welt an Champagner und Chia-Samenlabern wärmen, stapfen draußen im Schneematsch rund 600 engagierte Demonstrierende aus Küblis in Richtung Weltwirtschaftsforum – bewaffnet mit Transparenten, festem Schuhwerk und einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber der sogenannten Elite. Ihr Ziel: Weniger PowerPoint, mehr Power to the People.
Unter Slogans wie „Demokratie statt WEF-Diktatur“ und „Demokratie statt Oligarchie“ machten die Protestierenden deutlich, dass sie wenig Lust auf Business-Buzzwords in Berghotels haben. Stattdessen fordern sie das, was beim WEF gerne mal zwischen den Lunchpanels verloren geht: soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und eine faire Verteilung von Ressourcen.
Von Küblis nach Davos – mit Haltung
Die Hälfte der Demonstrierenden stammt laut der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA aus der Schweiz. Der Rest reiste extra an – aus Deutschland, England, Spanien sowie aus Ländern West- und Südafrikas. Ein Marsch, der mehr ist als ein Spaziergang: Er ist ein Symbol dafür, dass Globalisierung nicht nur im Business Class Check-In stattfindet, sondern auch auf der Straße.
Das Protestkollektiv Strike-WEF formuliert klare Forderungen: „Eine Welt, in der jeder genug zum Leben hat.“ Klingt simpel – ist es aber anscheinend nicht, sonst müsste man es nicht Jahr für Jahr auf Transparenten nach Davos tragen.
Drinnen Reden – draußen Realität
Während drinnen unter Ausschluss der Öffentlichkeit über „globale Zusammenarbeit“ diskutiert wird (zwischen den Häppchen mit Hummer und den Panels zu „nachhaltigem Wachstum“), machen die Demonstrierenden draußen deutlich: Man kann die Welt nicht mit denjenigen retten, die sie ruiniert haben.
Ob ihre Botschaft bei WEF-Gästen wie Donald Trump und Friedrich Merz auf offene Ohren stößt? Eher unwahrscheinlich – aber dafür hört die Welt zu, wenn draußen 600 Menschen bei minus zehn Grad auf Gerechtigkeit pochen. Und vielleicht ist das der wichtigere Gipfel.
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