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Dating-Trend „Monkey Barring“: Warum Gen Z sich von Beziehung zu Beziehung hangelt

Peggy_Marco (CC0), Pixabay
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Dating erinnert manche an den Pausenhof früher: Heute noch eng befreundet, morgen schon am Klettergerüst mit jemand anderem. Genau das beschreibt der neue Dating-Begriff „Monkey Barring“ – ein Verhalten, bei dem Menschen eine Beziehung erst dann loslassen, wenn sie sich bereits die nächste gesichert haben.

Laut Soziologin Amanda Miller (University of Indianapolis) ist das Phänomen zwar nicht neu, tritt aber derzeit verstärkt auf. Grund sei die Kombination aus sozialer Unsicherheit junger Menschen und der scheinbar endlosen Auswahl auf Dating-Apps wie Tinder, Bumble oder Hinge. „Man hat das Gefühl, es gäbe unendlich viele Partner, dabei ist das nicht der Fall“, sagt Miller. „Monkey Barring gibt Menschen das Gefühl von Sicherheit – man verlässt eine Beziehung nicht ins Leere, sondern weiß, dass schon jemand Neues wartet.“

Daten von Match.com und Hinge zeigen: Zwar sucht die Gen Z durchaus ernsthafte Beziehungen, gleichzeitig ist das Angstlevel beim Dating hoch. Viele scheuen feste Bindungen und bewegen sich in einem Graubereich zwischen Affäre und Partnerschaft.

Die Autorin und Dating-Coach Amy Chan spricht von einer „Shopping-Cart-Mentalität“: Partner würden wie Produkte betrachtet. Sie lobt zwar die emotionale Sprache der jungen Generation, warnt aber: „Begriffe wie ‚Attachment Style‘ oder ‚Soft Launch‘ zu kennen, heißt nicht automatisch, dass man auch emotional reif handelt.“

Doch ist „Monkey Barring“ Betrug? Beziehungsexpertin Angelika Koch vom LGBTQ+-Datingportal Taimi betont: Polyamorie unterscheidet sich klar davon, weil dort alle Beteiligten einverstanden sind. Beim „Monkey Barring“ hingegen verschweigt eine Seite ihre Abwanderungsgedanken – für viele eine Form von Untreue.

Wer vermutet, selbst Opfer zu sein, solle weniger in Chats schnüffeln, sondern die eigene Beziehung hinterfragen: Wie ernst ist sie einem wirklich? Manchmal helfe ein klärendes Gespräch – manchmal sei es ein Zeichen, loszulassen.

Und wer selbst in Versuchung gerät? Miller rät zum Perspektivwechsel: „Wenn es etwas ist, das Sie nicht offen vor Ihrem Partner tun würden, sollten Sie es auch nicht heimlich tun.“

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