Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat mal wieder die Peitsche gezückt – und Google sowie den Billig-Modehändler Shein Millionenstrafen aufgebrummt. Der Grund: Beide sammelten hemmungslos Nutzerdaten, ohne vorher brav um Erlaubnis zu fragen. Google soll dafür 325 Millionen Euro hinblättern, Shein immerhin 150 Millionen. Für Normalbürger klingt das nach astronomischen Summen, für Konzerne dieser Größenordnung ist es ungefähr so schmerzhaft wie ein verlorener Zehn-Euro-Schein im Waschsalon.
Die CNIL erklärte, beide Firmen hätten Werbecookies verteilt wie Gratisproben im Supermarkt. Praktisch unsichtbar, aber hochwirksam: kleine Dateien, die so ziemlich alles über die Nutzer speichern können. Millionen Französinnen und Franzosen wurden damit zu unfreiwilligen Datenspendern.
Shein hat laut Behörde „massive“ Datenmengen eingesammelt – wohl passenderweise im gleichen Stil wie seine Billigklamotten: billig, massenhaft, ohne Rücksicht. Immerhin habe das Unternehmen mittlerweile nachgebessert. Bravo, immerhin ein Schritt von „wildwest“ zu „halb-legal“.
Google dagegen ist schon ein alter Bekannter im Strafregister der CNIL: 100 Millionen Euro Strafe 2020, 150 Millionen 2021 – und jetzt eben der neue Rekord. Man könnte fast meinen, die Bußgelder seien inzwischen Teil des Marketingbudgets.
Die CNIL betont stolz, sie habe die Cookie-Kontrolle verschärft und vor allem Seiten mit viel Datenverkehr im Visier. Bleibt die Frage: Wann wird eine Strafe für Google & Co. so hoch, dass es wirklich mehr wehtut als ein leichtes Kratzen im Portemonnaie?
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