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Das Signa-Imperium: Vom Penthouseluxus zum Insolvenz-Kabarett

MIH83 (CC0), Pixabay
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Was einst als glänzendes Immobilienreich mit goldenen Fassaden begann, endet jetzt als XXL-Pleite-Show mit internationalen Gastauftritten. Die Rede ist natürlich vom Signa-Imperium des österreichischen Selfmade-Moguls Rene Benko – oder besser gesagt: vom, äh, Ex-Imperium.

Denn die größte Insolvenz der jüngeren österreichischen Wirtschaftsgeschichte wächst inzwischen schneller als der Bart eines Finanzbeamten im Homeoffice: Über 40 Milliarden Euro haben die Gläubiger europaweit angemeldet – das ist ungefähr das Bruttoinlandsprodukt von Island, nur ohne Vulkane, aber mit jeder Menge heißer Luft.

Pleite mit Ansage – aber bitte international!

Laut Creditreform-Mann Gerhard Weinhofer türmen sich allein in Österreich 37 Milliarden Euro an Forderungen, von denen immerhin 11,8 Milliarden Euro schon gerichtlich anerkannt sind. Bravo – das ist, als würde man bei einem brennenden Haus stolz verkünden, dass wenigstens der Briefkasten noch steht.

Mehr als 3.000 Gläubiger versuchen nun, ihr Geld wiederzufinden – ein bisschen wie Ostereiersuche, nur dass hier kein Hase etwas versteckt hat, sondern ein Immobilienzar.

Ein Insolvenzkarussell mit 138 Drehungen – allein in Österreich

Die Dimensionen lesen sich wie das Programm eines europäischen Insolvenz-Festivals:

  • 138 Verfahren in Österreich,

  • 177 in Deutschland,

  • 70 in Luxemburg,

  • 7 in der Schweiz,

  • und ein paar Bonuspleiten in Italien und Liechtenstein.

Wenn Pleiten Medaillen bringen würden, hätte Benko inzwischen mehr Gold als Red Bull im Kühlschrank.

Zehn Jahre Aufarbeitung – mindestens

Laut Weinhofer wird die ganze Aufarbeitung der Signa-Ruinen „mindestens zehn Jahre“ dauern. Das klingt realistisch – schließlich dauert es schon zwei Jahre, bis in Wien ein Fahrradweg fertig wird.

Zwar gebe es „viele Interessenten“ für die verbliebenen Immobilien, aber die Gläubiger werden wohl nur einen Bruchteil ihres Geldes wiedersehen. Oder wie es im Benko-Deutsch heißen würde: „Liquidität ist, wenn andere noch flüssig sind.“

Fazit: Ein Monument der Maßlosigkeit

Was bleibt, ist ein gigantischer Scherbenhaufen – architektonisch wertvoll, finanziell katastrophal, juristisch hochkomplex.
Das Signa-Imperium war einst Symbol für Aufstieg, Vision und „österreichisches Unternehmertum“ – jetzt ist es ein Lehrstück darüber, dass man von Luftschlössern zwar schön träumen kann, aber darin schlecht wohnen – und noch schlechter haften.

Oder, um es polemisch auf den Punkt zu bringen:
Benko hat geliefert – nur leider kein Geld, sondern Stoff für die nächsten zehn Jahre Insolvenzunterhaltung.

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