Die Familie von Renee Nicole Macklin Good, einer 37-jährigen Mutter von drei Kindern, veröffentlichte am 14. Januar neue Details über die letzten Stunden vor dem tödlichen Schuss durch einen Bundesbeamten – ein Vorfall, der landesweite Proteste ausgelöst hat. Zeitgleich kündigte die Familie an, rechtliche Schritte gegen die Einwanderungsbehörde ICE einzuleiten.
Good wurde am 7. Januar von dem ICE-Beamten Jonathan Ross erschossen. Der Vorfall ereignete sich während eines ICE-Einsatzes in Minneapolis, Minnesota. Good war mit ihrem SUV auf Ross zugefahren, nachdem sie zuvor aufgefordert worden war, das Fahrzeug zu verlassen.
Ein weit verbreitetes Video des tödlichen Vorfalls sorgt für hitzige Debatten im ganzen Land. Während das Heimatschutzministerium das Verhalten des Beamten als rechtmäßig einstuft und Good der „inländischen Terrorismus“ beschuldigt, fordern führende Demokraten Ross‘ Verhaftung. Neue Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der amerikanischen Wähler den Schusswaffeneinsatz für ungerechtfertigt hält.
In einer Erklärung nannten ihre Eltern, Geschwister und die Anwälte Renee „das schöne Licht unserer Familie“ und schilderten den Vorfall als tragischen Zufall: Good war gerade auf dem Heimweg, nachdem sie ihr sechsjähriges Kind zur Schule gebracht hatte.
„Wir danken allen, die uns in dieser schweren Zeit beistehen. Die Fürsorge, die wir erfahren, ist genau die Art von Liebe, die Renee jedem entgegengebracht hat“, heißt es in dem Brief. „Nae war das schöne Licht unserer Familie. Ihre Hoffnung und ihr Optimismus waren ansteckend. Wir vermissen sie unermesslich.“
„Wir wollten unseren Nachbarn helfen“
Nach Angaben der Familie und ihrer Anwälte war Good gemeinsam mit ihrer Ehefrau Becca und dem Familienhund im Auto unterwegs, als sie ICE-Beamte bei einem Einsatz im eigenen Wohnviertel bemerkten. Sie hielten an, um „die Situation zu beobachten – mit der Absicht, ihre Nachbarn zu unterstützen“, so die Anwälte.
Kurz vor dem tödlichen Vorfall verließ Becca Good das Fahrzeug. Auf Videoaufnahmen ist zu hören, wie Renee zu den ICE-Beamten sagt: „Ich bin euch nicht böse.“
„Sie war unsere beste Freundin, mit einer scheinbar grenzenlosen Fähigkeit zu lieben“, so die Familie. „Nae-Nae hat alles gegeben, um sich um ihre Freunde, Familie und sogar um Fremde zu kümmern. Sie war unser Schutzschild, unser Trost, unsere Quelle der Freude.“
Rechtsbeistand durch bekannte Kanzlei
Die Familie kündigte an, dass die in Chicago ansässige Kanzlei Romanucci & Blandin eine zivilrechtliche Untersuchung gegen ICE aufnehmen werde – dieselbe Kanzlei, die 2020 die Familie von George Floyd vertreten hatte.
Während das Justizministerium erklärt, es sehe derzeit „keine Grundlage“ für eigene Ermittlungen, versichern Anwälte der Familie Good, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen.
Das Heimatschutzministerium verteidigt unterdessen die umstrittene Entsendung militarisierter ICE-Beamter nach Minnesota mit dem Ziel, angeblichen Betrug im Zusammenhang mit somalischen Einwanderern aufzudecken.
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