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„Das ist ein klassischer Anlagebetrug“ – Rechtsanwältin Kerstin Bontschev zur BaFin-Warnung vor wertpuls.de

ghasoub (CC0), Pixabay
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Frage: Frau Bontschev, die BaFin warnt aktuell vor der Plattform wertpuls.de. Wie bewerten Sie diesen Fall?

RAin Bontschev: Sehr eindeutig: Das ist kein Graubereich, das ist hochgradig verdächtig und vermutlich Betrug. Die BaFin warnt nicht leichtfertig. Wenn eine Plattform ohne jede Erlaubnis mit Aktien, ETFs und Kryptowerten wirbt und dazu noch gefälschte Firmenangaben nutzt, sollten bei Anlegern sofort alle Alarmglocken schrillen.

Frage: Die Betreiber geben sich als „Wertpuls GmbH“ mit Sitz in Berlin aus. Was sagt Ihnen das?

RAin Bontschev: Dieses Detail ist besonders entlarvend. Die angebliche Wertpuls GmbH existiert nicht einmal im Handelsregister. Das ist ein klassischer Fall von Identitätstäuschung. Seriöse Finanzdienstleister lassen sich problemlos im Handelsregister und in der Unternehmensdatenbank der BaFin finden.

Frage: Zusätzlich werden E-Mails von „support@wertpuls.de“ verschickt, um angebliche Konten zu aktivieren. Was steckt dahinter?

RAin Bontschev: Das ist typisches Phishing. Die Empfänger sollen unter Zeitdruck handeln, Konten „aktivieren“ und am Ende Geld überweisen oder sensible Daten preisgeben. Wer darauf reagiert, liefert sich Betrügern praktisch freiwillig aus.

Frage: Welche rechtlichen Vorgaben werden hier verletzt?

RAin Bontschev: Mehrere. In Deutschland benötigt man für solche Angebote zwingend eine BaFin-Erlaubnis, sowohl nach dem Kreditwesengesetz (§ 37 Abs. 4 KWG) als auch – bei Kryptowerten – nach dem Kryptomärkteaufsichtsgesetz (§ 10 Abs. 7 KMAG). wertpuls.de besitzt keinerlei Zulassung. Punkt.

Frage: Was sollten Betroffene tun, die bereits Geld überwiesen oder Daten eingegeben haben?

RAin Bontschev:
Sofort handeln, nicht abwarten:

  1. Zahlungen unverzüglich stoppen und die Bank informieren

  2. Keine weiteren Überweisungen leisten, auch nicht für angebliche „Freischaltungen“ oder „Steuern“

  3. Anzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft erstatten

  4. Einen spezialisierten Rechtsanwalt kontaktieren, um mögliche Rückholoptionen zu prüfen

  5. Zugangsdaten ändern, wenn persönliche Daten weitergegeben wurden

Zeit ist hier entscheidend.

Frage: Kann man sein Geld überhaupt zurückbekommen?

RAin Bontschev: Das wird schwierig, aber nicht aussichtslos. Je schneller reagiert wird, desto größer sind die Chancen – etwa über Kontosperrungen oder Haftungsfragen bei Zahlungsdienstleistern. Wer jedoch abwartet, verliert fast immer alles.

Frage: Ihr Rat an Anleger, die solche Plattformen künftig prüfen möchten?

RAin Bontschev: Ganz einfach:

  • BaFin-Datenbank prüfen

  • Handelsregister prüfen

  • Misstrauen bei unrealistischen Gewinnversprechen

  • Keine Investments über Druck, E-Mails oder Messenger

Und ganz wichtig: Wenn die BaFin warnt, ist das kein Hinweis – sondern eine klare rote Linie.

Frage: Ihr Fazit zu wertpuls.de?

RAin Bontschev: Wer dort investiert oder persönliche Daten preisgibt, geht ein extrem hohes Risiko ein. Die BaFin-Warnung ist eindeutig. Meine Empfehlung lautet: Finger weg. Sofort.

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