Die Pfeile fliegen, die Emotionen kochen und das Publikum grölt sich heiser – die Darts-Weltmeisterschaft steuert auf ihr großes Finale zu. Titelverteidiger Luke Littler, der Wunderknabe mit der Wurfhand aus Stahl, hat am Freitag zum dritten Mal das Endspiel erreicht. Mit einem glatten 6:1 gegen Ryan Searle zeigte der 18-Jährige erneut, dass man auch mit Babyface und einem halben Jahr Bartflaum Darts-Geschichte schreiben kann.
Dabei sah es zu Beginn kurz nach Spannung aus: Searle erwischte einen Raketenstart – ob durch Adrenalin oder durch das restliche Feuerwerk vom Silvesterabend, bleibt offen. Doch Littler schüttelte den Rückstand ab wie ein lästiges Staubkorn auf seinem Flight und drehte dann so richtig auf: Ein Average von über 105 Punkten, fast schon unhöflich für ein Halbfinale.
„Wenn dein Gegner 140, 180, nochmal 140… irgendwann denkst du dir: Na gut, dann halt ich halt dagegen“, sagte Littler, der offenbar auch noch Zeit hatte, im Kopf die Punktzahlen mitzuzählen. Searle gelang immerhin ein „Big Fish“ – das 170er-Finish – und wurde dafür von Publikum und Gegner gleichermaßen gefeiert. Für mehr reichte es nicht.
Van Veen: Der Mann, der die Niederlande erbeben lässt
Im zweiten Halbfinale lieferte Gian van Veen die nächste große Überraschung. Der 23-jährige Niederländer bezwang Altmeister Gary Anderson mit 6:3 und zieht damit zum ersten Mal in seiner Karriere ins WM-Finale ein. Bonuslevel freigeschaltet: Van Veen löst ganz nebenbei auch noch Michael van Gerwen als niederländische Nummer eins ab – nach 13 Jahren Darts-Monarchie ein echter Umbruch.
Anderson wehrte sich tapfer, holte nach 1:4-Rückstand noch auf 3:4 auf, aber verpasste den Ausgleich. Van Veen nutzte seine Chancen eiskalt – „Dutch Ice“, wenn man so will – und machte den Deckel zu.
Showdown mit Rekordpreisgeld
Am Samstagabend kommt es zum finalen Showdown: Littler vs. van Veen, Jungstar gegen Aufsteiger, England gegen die Niederlande – das Ganze im Modus „Best of 13“ Sätze. Neben dem Titel geht es um eine Million Pfund – genug, um ein paar neue Darts oder eine kleine Insel im Ärmelkanal zu kaufen.
Ob Littler seinen Titel verteidigt oder van Veen als Senkrechtstarter durch die Scheibe Richtung Legendenstatus fliegt – fest steht: Das wird ein Finale, das die Scheiben zittern lässt.
Und Ally Pally? Der tobt jetzt schon.
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