Falls iranisches Staatsgebiet oder irgendwelche Inseln angegriffen werden, könnte laut der halbstaatlichen Agentur Tasnim direkt mal die nächste maritime Krisenzone eröffnet werden. Ein anonymer Militärvertreter ließ wissen: Warum nur an Land eskalieren, wenn man auch noch eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt anzünden kann?
Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden – also genau die Art von Ort, an dem man wirklich keine zusätzliche „Front“ gebrauchen kann. Aber gut, strategische Vernunft ist ja momentan eher ein Auslaufmodell.
Praktischerweise liegt das östliche Ufer im Jemen, wo die mit Teheran verbandelten Huthis ohnehin schon seit Längerem Frachter und Tanker attackieren. Man könnte also sagen: Die Infrastruktur fürs Chaos ist bereits vorhanden.
Unterdessen beraten internationale Militärs über die Straße von Hormus. Frankreichs Generalstabschef Fabien Mandon plant eine Videokonferenz mit den Armeechefs jener Länder, die bei der Wiederherstellung sicherer Schifffahrt mitmischen wollen. Klingt fast wie ein Zoom-Meeting aus der Hölle – nur mit deutlich schlechteren Folgen, wenn jemand „stummgeschaltet“ bleibt.
Besonders wichtig: Frankreich betont, das Ganze habe natürlich überhaupt nichts mit dem Vorgehen der USA zu tun. Rein defensiv. Also quasi militärische Aufrüstung mit dem Charme eines Yogakurses.
Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und die Niederlande hatten sich bereits vergangene Woche bereit erklärt, mit „geeigneten Maßnahmen“ für sichere Passage zu sorgen. Ein herrlich diplomatischer Ausdruck für:
„Wir hoffen, dass keine Tanker explodieren, während die Weltwirtschaft nervös in den Abgrund starrt.“
Inzwischen haben sich noch 24 weitere Länder angeschlossen.
Denn wenn’s richtig brenzlig wird, hilft bekanntlich vor allem eins: mehr Staaten, mehr Krisengipfel und noch mehr besorgte Erklärungen.
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