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Cyberattacke auf Flughafendienstleister legt Flughäfen in Europa lahm – Auch BER betroffen

vickygharat (CC0), Pixabay
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Ein großflächiger Cyberangriff auf den US-Dienstleister Collins Aerospace hat zu massiven Störungen an mehreren europäischen Flughäfen geführt – darunter auch am Berliner Hauptstadtflughafen BER. Seit dem frühen Samstagmorgen kommt es dort zu erheblichen Verzögerungen beim Check-in und Boarding. Besonders betroffen sind Reisende, die lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Auch Flugverspätungen sind die Folge.

Papierlisten statt IT-Systeme am BER

Am BER arbeitet das Personal derzeit mit Papierlisten und Bleistift, um die Passagierabfertigung zumindest notdürftig aufrechtzuerhalten. „Wie lange die Einschränkungen noch andauern, lässt sich aktuell nicht sagen“, teilte ein Sprecher des Flughafens mit. Das betroffene System von Collins Aerospace wird an über 200 Flughäfen weltweit genutzt – unter anderem auch für Check-in, Gepäckabgabe und Boardingprozesse.

Brüssel und London Heathrow besonders stark betroffen

Auch in Brüssel und am Londoner Flughafen Heathrow sorgt der Ausfall des IT-Dienstleisters für Chaos. In Brüssel mussten infolgedessen sogar mehrere Flüge gestrichen werden. Die Fluggäste standen in teils stundenlangen Warteschlangen, während sich das Personal bemüht, die Prozesse manuell zu ersetzen.

FMO reagiert schnell – Norddeutsche Flughäfen verschont

Am Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) wurde die Bedrohung bereits am Freitagabend erkannt. „Wir konnten sehr schnell reagieren“, erklärte eine FMO-Sprecherin. Die IT-Abteilung trennte daraufhin umgehend die eigenen Server vom betroffenen System des Dienstleisters. Dank dieser Maßnahme blieb der Flugbetrieb am FMO weitgehend unbeeinträchtigt – Verspätungen am Samstagmorgen hatten andere Ursachen.

Auch Hannover, Bremen und Hamburg gaben Entwarnung: Laut Flughafensprechern läuft der Betrieb dort planmäßig und ohne Auswirkungen.

Weltweiter Angriff mit unklarem Ausmaß

Wie viele Flughäfen weltweit tatsächlich betroffen sind, ist derzeit noch unklar. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur bestätigte Collins Aerospace „eine cyberbedingte Störung“ ihrer Systeme. Ob es sich dabei um gezielte Sabotage, einen Erpressungsversuch oder eine andere Form des Angriffs handelt, wird aktuell noch ermittelt.

Sicherheitslage bleibt angespannt

Der Vorfall verdeutlicht erneut die Verletzlichkeit kritischer Infrastruktur – besonders im Luftverkehr. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung sind viele Flughäfen auf externe IT-Dienstleister angewiesen. Der aktuelle Angriff wirft daher erneut Fragen zur Cybersicherheit in der Luftfahrtbranche auf.

Die Behörden und IT-Forensiker arbeiten mit Hochdruck daran, die Ursache der Störung zu identifizieren und das System wiederherzustellen. Für viele Reisende heißt es jedoch vorerst: Geduld mitbringen und mehr Zeit einplanen.

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