Ein tragisches Inferno fordert 40 Menschenleben, über 100 Verletzte – und im Zentrum der Aufmerksamkeit: ein Feuerlöscher. Nicht im Einsatz, nein. Er steht still und leise neben Kerzen und Kuscheltieren an der Gedenkstätte. Symbolischer Brandschutz in einer Gemeinde, die offensichtlich auf „brennen, aber stilvoll“ setzt.
Als außenstehender Beobachter fragt man sich: Wie kann es sein, dass in einer der wohlhabendsten Gemeinden der Schweiz nur dreimal in zehn Jahren der Brandschutz in einer gut besuchten Bar kontrolliert wurde? Wurde da das Jahr vergessen? Oder hat man das Gesetz für eine Empfehlung gehalten?
Offiziell heißt es: Man habe nichts gewusst. Dabei ist Crans-Montana nicht Zürich – hier kennt jeder jeden, und wer nicht, der kennt zumindest den Cousin. Und doch: In einem Video von 2019 warnt ein Barkellner Gäste vor den Partyfontänen – weil der Schaumstoff an der Decke leicht brennt. Das Barpersonal wusste es also – nur die Behörden nicht?
Ein Ex-Gemeinderat war für Sicherheit zuständig – und betreibt nebenher ein Unternehmen für Brandschutzkonzepte. Dazu verkauft er auch Akustikschaumstoff. Ein Mann, drei Hüte – aber anscheinend keine Zeit für Kontrollen.
Nach der Katastrophe ziehen sich nun die Rollläden in den Amtsstuben demonstrativ nach unten. Die Namen der Sicherheitsverantwortlichen verschwinden still von der Gemeinde-Website, Transparenz gibt’s nur noch in der dünnen Bergluft.
Doch nicht alles ist schlecht: Die Gemeinde hat immerhin vier (!) Brandschutzbeauftragte – drei davon sogar in menschlicher Form. In einem Ort mit über 100 Lokalen ein mutiger Personalschlüssel. Vielleicht dachte man: Wer hoch oben in den Bergen wohnt, muss näher am Himmel sein – da regelt sich das mit dem Feuerschutz von selbst?
Fazit: Crans-Montana ist wunderschön. Nur sicher war es leider nicht.
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