Wenn das nicht Symbolkraft hat: Während sich auf der COP30 Delegierte aus aller Welt den Kopf darüber zerbrechen, wie man die Erde vor dem Überhitzen rettet, geht erstmal das eigene Konferenzgelände in Rauch auf.
Am Donnerstag stieg dichter Qualm aus einem der Zelte in der sogenannten Blue Zone – passenderweise dem Bereich, in dem Länder ihre nachhaltigen Vorzeigeprojekte präsentieren. Die gute Nachricht: Das Feuer war schnell gelöscht. Die schlechte: Die Ironie bleibt unauslöschlich.
„Technische Mängel“ – das neue Modewort für „wir haben’s billig gebaut“
Die Ursache des Brandes ist offiziell noch ungeklärt. Inoffiziell: Kabelsalat trifft Tropenregen trifft Improvisationstalent. Zwei Mitarbeiterinnen berichteten von offenen Leitungen, Wassertropfen auf Stromkästen und dem üblichen „Wir haben’s gemeldet, aber naja …“. Feueralarm? Sprinkler? Fehlanzeige. Dafür gab’s besten Live-Content fürs Klima-Tagebuch.
Aber keine Sorge: Die Feuerwehr war vor Ort – und brauchte nur sechs Minuten, um zu löschen. Schneller als man auf der Konferenz zu einer Einigung kommt.
Panik? Fehlanzeige. Der Klimawandel macht auch müde
Trotz lodernder Flammen und beißendem Rauch herrschte auf dem Gelände laut Augenzeugen eine bemerkenswerte Ruhe. Delegierte verließen die Zone „geordnet“ – mit Regenschirm, Notizen und vermutlich einer inneren Liste von Dingen, die noch schlimmer sind als das: die COP selbst zum Beispiel.
Einige fanden Unterschlupf in nahegelegenen Cafés. Andere standen im Regen. Und irgendwo stieg die CO₂-Bilanz der Veranstaltung wieder ein Stückchen weiter.
UNO und Brasilien: „Wir schauen uns das mal an“
Nach dem Brand kündigte die UNO Sicherheitschecks an – besser spät als nie. Brasilien übernahm temporär wieder die Kontrolle über das Gelände. Ganz nach dem Motto: „Wir holen uns unser brennendes Zelt zurück!“
Der betroffene Pavillon war übrigens einer jener Orte, an denen man der Welt zeigen wollte, wie grün, sicher und fortschrittlich man so ist. Jetzt hat er ein großes Loch in der Decke – vielleicht für besseren Luftaustausch?
Verlängerung? Na logo. Nichts sagt „Klimaschutz“ wie ein Konferenzmarathon
Der Brand kam am vorletzten Tag der COP30. Ob man den Terminplan trotzdem halten kann? Haha. Natürlich nicht. In den letzten Jahren wurde sowieso regelmäßig überzogen – und warum sollte ausgerechnet das Feuer das jetzt ändern?
UNO-Generalsekretär António Guterres zeigte sich derweil kämpferisch: Die Welt schaue auf Belém, sagte er. Und ja, sie tut es – weil es dort buchstäblich gebrannt hat.
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