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Cleveland Guardians reagieren auf Trumps Forderung nach Namensänderung – „Kein Thema für uns“

Lernestorod (CC0), Pixabay
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Die Diskussion um sportliche Teamnamen mit problematischem kulturellem Hintergrund schien nach Jahren öffentlicher Debatten und konsequenter Umbenennungen eigentlich abgeschlossen. Doch US-Präsident Donald Trump hat mit einem Social-Media-Post am Wochenende erneut Öl ins Feuer gegossen – und prompt eine Reaktion der Cleveland Guardians provoziert.

In einem Beitrag auf seiner Plattform „Truth Social“ forderte Trump sowohl die Cleveland Guardians als auch die Washington Commanders dazu auf, ihre früheren Namen Indians und Redskins wieder anzunehmen. In typisch markiger Sprache schrieb er:

„Unsere großartigen Indianer, in massiver Zahl, wollen das zurück. Ihr Erbe und ihre Würde werden ihnen systematisch genommen. Zeiten haben sich geändert – jetzt ist der Moment!“

Darüber hinaus behauptete der Präsident, es gebe eine „große Nachfrage“ nach der Rückkehr zu den alten Bezeichnungen, und appellierte an die Teambesitzer:

„Owners, GET IT DONE!!!“

Guardians lassen sich nicht beirren

Die Guardians, die seit vier Saisons unter ihrem neuen Namen in der MLB spielen, zeigten sich von Trumps Aufruf unbeeindruckt. Chris Antonetti, Präsident der Baseballabteilung der Cleveland Guardians, äußerte sich am Sonntag am Rande einer Medienrunde erstmals zu dem Thema.

„Ich habe die Aussagen des Präsidenten bislang nicht verfolgt und auch keine genaue Kenntnis davon“, sagte Antonetti auf Nachfrage. „Aber eine Rückkehr zum alten Namen ist für uns aktuell kein Thema.“

Er betonte, man habe in den vergangenen vier Jahren viel Energie in den Aufbau der Marke „Guardians“ investiert und sei stolz auf die Entwicklung. „Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft“, so Antonetti. Zwar verstehe er, dass es unterschiedliche Sichtweisen zum Namenswechsel gebe, doch es gebe derzeit keine Überlegungen, diesen rückgängig zu machen.

Trumps langjährige Kritik am Namenswechsel

Trumps Widerstand gegen die Umbenennung der Guardians ist nicht neu. Bereits bei der Bekanntgabe des neuen Teamnamens im Jahr 2021 sprach er von „politischer Korrektheit“ und nannte die Entscheidung „einen Fehler“. Auch während seines Wahlkampfs 2024 machte er wiederholt deutlich, dass er mit dem Namen „Guardians“ nichts anfangen könne – zuletzt verglich er ihn bei einem Auftritt in Ohio mit „einer Gruppe, die ein Treuhandvermögen verwaltet“.

Seine persönliche Geschichte mit dem Franchise reicht sogar bis in die 1980er-Jahre zurück. 1983 versuchte Trump, das damalige Indians-Team zu kaufen, scheiterte jedoch mit seinem Angebot.

Auch die Commanders unter Druck

Neben Cleveland nahm Trump in seinem Post auch die Washington Commanders ins Visier. Er nannte sie abfällig die „Washington Whatevers“ und kündigte an, die geplante Stadionentwicklung auf dem Gelände des alten RFK-Stadions in Washington blockieren zu wollen, sollte das Team nicht zum Namen „Redskins“ zurückkehren.

Bisher hat sich das NFL-Team nicht offiziell zu den Äußerungen des Präsidenten geäußert. Doch Team-Eigentümer Josh Harris hatte sich bereits früher klar gegen eine Rückkehr zum alten Namen positioniert. „Der Name ‚Commanders‘ wurde von unserem Team, unserem Staff und unseren Fans angenommen“, sagte Harris im vergangenen Jahr. Erst kürzlich stellte das Team alternative Retro-Trikots vor, die an die Super-Bowl-Erfolge der 1980er-Jahre erinnern – ein nostalgischer Schritt, aber ohne Bezug auf den alten Namen.

Fazit

Weder Cleveland noch Washington scheinen der Forderung Trumps nachzugeben. Beide Organisationen setzen auf Fortschritt statt Rückschritt – und auf eine Identität, die Vielfalt und Respekt widerspiegelt. Der politische Druck von höchster Stelle dürfte an dieser Grundhaltung vorerst wenig ändern.

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