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China führt neues „K-Visum“ ein – Begeisterung bleibt aus, Kritik wächst

syafrani_jambe (CC0), Pixabay
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China hat am Mittwoch offiziell ein neues Visaprogramm gestartet, das internationale Fachkräfte in den Bereichen Wissenschaft und Technologie anlocken soll. Doch statt Applaus erntet das sogenannte K-Visum in den sozialen Medien vor allem Skepsis – und offene Ablehnung.

Vergleich mit US-Visum sorgt für Aufsehen

Lange war die Einführung kaum beachtet worden. Erst als ein indisches Medium das K-Visum als „Chinas H-1B“ bezeichnete – in Anlehnung an das US-Visum für hochqualifizierte Arbeitskräfte – geriet das Thema in den Fokus. Besonders in Indien, das über Jahre mehr als 70 % der H-1B-Visa in den USA erhielt, sorgte der Vergleich für Schlagzeilen.

In China hingegen löste die Meldung eine Welle der Kritik aus. Zehntausende Nutzer warfen der Regierung vor, ausländischen Fachkräften Vorteile einzuräumen, während junge Chinesinnen und Chinesen trotz hoher Qualifikation Schwierigkeiten hätten, einen Job zu finden.

„Wir haben bereits mehr Hochschulabsolventen, als der Arbeitsmarkt aufnehmen kann. Wozu brauchen wir jetzt noch ausländische Bachelor-Absolventen?“, hieß es in einem vielbeachteten Kommentar auf Weibo.

Staatliche Medien versuchen zu beruhigen

Der Unmut in den Netzwerken reichte bis hin zu fremdenfeindlichen Kommentaren, die sich besonders gegen indische Fachkräfte richteten. Daraufhin schalteten sich staatliche Medien ein: Die Global Times sprach von einer Chance, „Chinas Offenheit in der neuen Ära“ zu zeigen. Die Volkszeitung warnte vor „Fehldeutungen des K-Visums“, betonte aber zugleich, es handle sich nicht um ein klassisches Arbeitsvisum oder gar um einen Weg zur Einwanderung.

Was steckt hinter dem K-Visum?

Noch ist unklar, welche Rechte die neue Visa-Kategorie tatsächlich einräumt. Offiziell richtet sie sich an Hochschulabsolventen oder Forschende in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) – sowohl ausländische wie auch chinesische Absolventen international renommierter Universitäten.

Bewerber benötigen keinen lokalen Arbeitgeber, was ihnen eine deutlich flexiblere Ein- und Ausreise sowie längere Aufenthalte ermöglichen soll. Ob sie damit jedoch uneingeschränkt in China arbeiten dürfen, blieb bislang unbeantwortet.

Chancen und Grenzen

Die Einführung fällt in eine Zeit, in der die USA ihre Visa-Politik verschärfen und Antragsgebühren für H-1B deutlich erhöht haben. China nutzt die Gelegenheit, um sich als Alternative für internationale Talente zu positionieren – mit Visaerleichterungen, Forschungsprogrammen und Abwerbungen namhafter Wissenschaftler.

Doch Experten sehen Hindernisse:

  • Sprachbarrieren erschweren die Integration ausländischer Fachkräfte.

  • Politische Restriktionen könnten Kreativität und Innovation hemmen.

  • Gesellschaftliche Ablehnung und Misstrauen gegenüber Ausländern belasten das Klima zusätzlich.

„China möchte ein Magnet für globale Talente werden“, sagt Stefanie Kam, Politikwissenschaftlerin an der Nanyang Technological University in Singapur. „Doch Innovation gedeiht vor allem in einem offenen Umfeld – und das sehen wir in China derzeit nicht.“

Fazit

Mit dem K-Visum zeigt Peking seinen Anspruch, international mitzuspielen. Ob sich das Programm jedoch als Sprungbrett für die erhoffte Technologieführerschaft erweist – oder am Widerstand der eigenen Bevölkerung scheitert – bleibt vorerst offen.


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