In Chicago hat eine großangelegte Einwanderungsoffensive der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, genannt „Operation Midway Blitz“, zu massiven Spannungen geführt. Während Sportereignisse und Alltagsleben in Teilen der Stadt scheinbar normal weiterlaufen, berichten viele Bewohner von einem Klima der Angst.
🚨 Razzien, Schüsse und Nationalgarde
Laut Berichten von USA TODAY führen Bundesbeamte – unterstützt von Einheiten der Nationalgarde – seit Tagen intensive Einsätze in der Metropolregion durch.
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In einem Vorort wurde ein mexikanischer Mann erschossen, nachdem er angeblich mit seinem Auto auf einen Beamten zugerast war.
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Reporter berichten von Tränengaseinsätzen gegen Demonstranten und Journalisten sowie nächtlichen Hubschrauber-Razzien auf der Südseite Chicagos.
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Das US-Heimatschutzministerium erklärte, über 1.500 Personen festgenommen zu haben – darunter mutmaßliche Kriminelle, aber auch einfache Migranten. Eine unabhängige Überprüfung dieser Zahlen steht noch aus.
🧍♀️ Bürger in Angst
In Stadtteilen wie Back of the Yards auf der Südseite beschreiben Anwohner ein beklemmendes Szenario: bewaffnete, maskierte Männer, die Menschen auf offener Straße festnehmen.
„Unsere Nachbarschaft wirkt wie eine Kriegszone“, sagte die Lokalpolitikerin Julia Ramirez. Eltern hätten Angst, ihre Kinder zur Schule zu bringen, und ganze Straßenzüge stünden leer.
Freiwilligengruppen wie das „Southwest Side Rapid Response Team“ dokumentieren die Einsätze und warnen Anwohner per Hotline. Das Ministerium kritisiert diese Aktivitäten, weil sie angeblich die Sicherheit der Beamten gefährdeten.
⚖️ Politische Eskalation
Trump selbst verschärfte die Lage weiter, indem er Haftbefehle gegen den Gouverneur von Illinois, J. B. Pritzker, und Chicagos Bürgermeister Brandon Johnson androhte, weil beide den Einsatz der Nationalgarde in der Stadt ablehnen.
Eine Entscheidung des Bundesgerichts über die Rechtmäßigkeit des Einsatzes steht noch aus.
⚾ Parallelwelten: Freude und Furcht
Währenddessen feierten 40.000 Fans im Wrigley Field einen Sieg der Chicago Cubs – nur wenige Kilometer entfernt von den Razzien.
„Es ist surreal, hier zu sitzen und Spaß zu haben, während draußen Helikopter landen“, sagte eine Besucherin des Spiels. Dennoch versuchen viele, am gewohnten Leben festzuhalten: Marathonläufe, Schwimmwettbewerbe im Chicago River und Straßenfeste sollen das Stadtbild normal erscheinen lassen.
🏪 Geschäfte geschlossen, Familien in Sorge
In Vororten wie Waukegan blieben Restaurants und Geschäfte geschlossen – mit Schildern: „Closed due to the situation“.
Unternehmer berichten von Familien, die ihre Häuser kaum noch verlassen, Kinder, die nicht zur Schule gehen, und abgesagte Freizeitaktivitäten. „Was hier passiert, ist herzzerreißend“, sagte eine Geschäftsführerin.
🔍 Fazit
„Operation Midway Blitz“ hat Chicago tief gespalten. Während die Bundesregierung von einem erfolgreichen Schlag gegen Kriminalität spricht, sehen viele Einwohner und Lokalpolitiker darin einen Einsatz gegen Zivilisten. Die Stadt schwankt zwischen Alltag und Ausnahmezustand – zwischen Baseballjubel und der Angst, beim nächsten Schritt vor die Tür verhaftet zu werden.
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