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Chaos an der Kasse: Trumps neue Importzölle treffen Millionen Amerikaner

ElisaRiva (CC0), Pixabay
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Mit dem heutigen Tag ist es vorbei mit den Schnäppchen aus Fernost: In der Nacht zum Freitag trat eine massive Zollreform der Trump-Regierung in Kraft – mit unmittelbaren Folgen für Millionen US-Verbraucher. Besonders betroffen: Kunden der chinesischen Online-Giganten Shein, Temu und AliExpress.

Der Grund: Der sogenannte „de minimis“-Ausnahmetatbestand, der es bislang ermöglichte, Waren unter einem Wert von 800 US-Dollar zollfrei in die USA einzuführen, wurde gestrichen – konkret für Produkte aus China und Hongkong. Nun gelten Basiszölle von bis zu 145 Prozent, was viele Produkte sprunghaft teurer macht.

Der stille Einkaufsrevolutionär

Der „de minimis“-Grenzwert hatte in den letzten Jahren die Art, wie Amerikaner shoppen, grundlegend verändert. Durch die Zollbefreiung konnten Waren aus China ohne großen Aufwand importiert werden – von Modeschnäppchen über Haushaltswaren bis zu Elektronikzubehör. Über 1,3 Milliarden solcher Pakete wurden laut US-Zollbehörde im letzten Jahr eingeführt, ein Großteil davon aus China.

Ein Schnitt ins Haushaltsbudget

Für viele Menschen mit niedrigem Einkommen ist das Ende der Zollbefreiung ein echter Schlag ins Kontobuch. Fast die Hälfte der zollfreien Lieferungen ging laut Studien an die ärmsten Postleitzahlengebiete der USA. Nun drohen teils Verdopplungen der Preise, insbesondere für Konsumgüter des täglichen Bedarfs.

Einzelhändler wie Shein und Temu haben bereits im Vorfeld reagiert: Preise wurden erhöht, die Geschäftspraktiken angepasst. Temu kündigte eine Umstellung auf ein Modell mit mehr lokalen Verkäufern an, um Zollerhöhungen zu umgehen. Dennoch ist unklar, ob weitere Preisanstiege folgen werden.

Zollsätze, Gebühren und Lieferverzögerungen

Die Logistikkonzerne wie UPS, DHL, FedEx und der US Postal Service stehen vor einer Mammutaufgabe. Allein DHL hat das Personal aufgestockt, um die „zusätzlichen Zollabwicklungen“ zu bewältigen. Während für Expressdienste Zölle bis zu 145 % gelten, erhebt die Post zunächst eine Pauschalgebühr von 100 US-Dollar pro Paket – ab 1. Juni steigt diese auf 200 Dollar.

Hinzu kommt: Durch die verschärften Kontrollen und Formalitäten drohen Lieferverzögerungen und Undurchsichtigkeit beim Tracking.

Politischer Preis – und öffentliche Meinung

Die Maßnahme ist Teil von Trumps Ziel, jährlich eine Million Menschen abzuschieben und gleichzeitig Chinas wirtschaftlichen Einfluss zu schwächen. Doch die Rechnung könnte politisch teuer werden: Laut einer aktuellen CNN-Umfrage glauben 59 % der US-Bürger, dass Trumps Wirtschaftspolitik die Lage im Land verschlechtert habe. 60 % sehen sie sogar als direkten Grund für steigende Lebenshaltungskosten.

Fazit: Das Ende der 5-Dollar-T-Shirts

Die neue Zollregelung bringt das erste Mal die Auswirkungen abstrakter Handelspolitik direkt auf amerikanische Kassenzettel. Aus günstigen Mode-Trends und Gadgets wird ab sofort Luxus für viele. Was Präsident Trump als Ende eines „großen Betrugs“ feiert, bedeutet für Millionen Konsumenten: ein spürbarer Dämpfer im Geldbeutel – und möglicherweise ein Dämpfer an der Wahlurne.

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