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Chaos am Himmel: Streik der Flugbegleiter bringt Air Canada komplett zum Stillstand

cadiju1968 (CC0), Pixabay
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Ein unerwarteter Stillstand trifft Kanadas Reisende mitten in der Hochsaison: Air Canada, die größte Fluggesellschaft des Landes, musste am Samstag den gesamten Betrieb einstellen. Grund ist ein Streik der mehr als 10.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter, die nach monatelangen, aber ergebnislosen Verhandlungen mit der Airline die Arbeit niedergelegt haben.

Die Entscheidung fiel nach Ablauf einer Verhandlungsfrist, die im Tarifstreit ohne Einigung verstrichen war. Punkt Samstagmorgen, kanadischer Zeit, legten die Crews ihre Arbeit nieder – mit enormen Folgen für den internationalen Flugverkehr.

Air Canada betreibt im Schnitt rund 700 Flüge pro Tag. Das bedeutet: Über 25.000 kanadische Reisende täglich könnten nun im Ausland festsitzen – von den tausenden Urlaubern ganz zu schweigen, die in Kanada selbst auf ihren Abflug warten.

Besonders bitter: Der Ausstand fällt mitten in die Sommerreisesaison, wenn Strände, Familienbesuche und Geschäftsreisen gleichermaßen Hochkonjunktur haben. Flughäfen in Toronto, Vancouver und Montreal verwandelten sich bereits am Samstag in chaotische Wartesäle. Genervte Reisende schlugen ihre Lager zwischen Koffertürmen auf, Kinder spielten erschöpft in den Gängen, während Anzeigetafeln fast ausschließlich das Wort „Cancelled“ zeigten.

Die Flugbegleitergewerkschaft wirft Air Canada vor, trotz steigender Gewinne nicht bereit zu sein, faire Arbeitsbedingungen und eine deutliche Lohnerhöhung zu akzeptieren. Viele Mitarbeiter klagen seit Langem über Überlastung, unregelmäßige Dienste und schlechte Bezahlung – Probleme, die durch die boomende Reisesaison nur noch sichtbarer wurden.

Für Air Canada ist der Streik nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein reputatives Desaster. Die Airline, die sich nach den Pandemiejahren mühsam erholt hat, steht nun erneut am Boden. Wie lange die Flugzeuge am Boden bleiben, ist ungewiss – und ob eine schnelle Lösung im Tarifkonflikt gefunden werden kann, noch fraglicher.

Fest steht: Der Himmel über Kanada ist ruhiger geworden. Doch für hunderttausende Reisende bedeutet das vor allem eins – eine Reise ins Ungewisse.

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