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Causa Epstein: Mandelson-Akten veröffentlicht – Überraschung! Niemand hat etwas gewusst

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Die britische Regierung hat nun endlich – nach intensiver Suche in vermutlich sehr gut versteckten Aktenschränken – erste Dokumente zur Ernennung von Peter Mandelson zum US-Botschafter im Dezember 2024 veröffentlicht. Darin tauchen, welch unerwartete Wendung der Geschichte, auch Hinweise auf seine engen Kontakte zum 2019 verstorbenen US-Finanzier Jeffrey Epstein auf.

Besonders bemerkenswert: Diese Kontakte sollen auch nach Epsteins Verurteilung wegen Sexualstraftaten im Jahr 2008 weiter bestanden haben. Offenbar war man damals der Meinung, dass ein solcher Hintergrund der gesellschaftlichen Vernetzung nicht zwingend im Wege stehen muss.

Premierminister Keir Starmer erklärte inzwischen, er habe zwar von der Freundschaft zwischen Mandelson und Epstein gewusst – allerdings nicht im Detail. Ein klassischer Fall politischer Informationsökonomie: Man weiß genug, um zu wissen, dass man etwas weiß, aber offenbar nicht genug, um genauer nachzufragen.

Im Parlament erklärte der erste Staatssekretär des Premiers, Darren Jones, dass die Regierung von Scotland Yard gebeten worden sei, bestimmte Dokumente zunächst nicht zu veröffentlichen, da noch Ermittlungen gegen Mandelson laufen würden. Starmer selbst räumte mittlerweile ein, dass die Ernennung Mandelsons zum Botschafter möglicherweise kein Geniestreich gewesen sei – eine Erkenntnis, die bei manchen Beobachtern allerdings schon etwas früher gereift war.

Mandelson wollte mehr als eine halbe Million Pfund

Die bislang veröffentlichten 147 Seiten Akten geben zudem einen Einblick in die umfangreiche Überprüfung Mandelsons vor seiner Ernennung. Offensichtlich wurde gründlich geprüft – zumindest so gründlich, dass am Ende trotzdem noch Überraschungen möglich waren.

Aus den Dokumenten geht außerdem hervor, dass Mandelson nach seiner Entlassung eine Abfindung von 75.000 Pfund erhielt. Gefordert hatte er allerdings mehr als 500.000 Pfund. Man könnte sagen: Auch in schwierigen Zeiten sollte man seine finanziellen Erwartungen ambitioniert formulieren.

Besonders interessant ist eine E-Mail aus dem Jahr 2002, die laut britischen Medien zeigt, dass Mandelson ein Treffen zwischen Jeffrey Epstein und dem damaligen Premierminister Tony Blair arrangiert haben soll. Offenbar war Mandelson schon damals ein ausgesprochen talentierter Netzwerker.

Ermittlungen wegen möglicher Weitergabe von Informationen

Der frühere Botschafter war zuletzt sogar vorübergehend festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, Epstein während der Finanz- und Wirtschaftskrise möglicherweise sensible Regierungsinformationen zugespielt zu haben.

Ob sich dieser Verdacht bestätigen lässt, müssen nun die Ermittlungen klären.

Bis dahin bleibt die Affäre ein weiteres Kapitel in der langen Tradition britischer Politikskandale – jener Kategorie von Ereignissen, bei denen am Ende meist viele Beteiligte überrascht sind, dass Dinge ans Licht kommen, die angeblich niemand wirklich gewusst hat.

Oder zumindest nicht „im Detail“.

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