John Calipari hat es mal wieder allen gezeigt. Nach seinem Abschied von Kentucky schien seine Erfolgsformel überholt, seine Zeit abgelaufen. Viele hielten ihn für „ausgekocht“. Doch dieser Eindruck täuschte.
In seiner ersten Saison bei Arkansas lief es zunächst holprig, zwischenzeitlich verlor das Team sogar sechs Spiele in Folge. Kritiker sahen sich bestätigt. Doch Calipari blieb seiner Linie treu – und wartete ab.
Jetzt steht Arkansas erneut in den Sweet 16. Und plötzlich wirkt alles wie ein kalkulierter Plan: Erwartungen dämpfen, dann im richtigen Moment liefern.
Bemerkenswert ist dabei: Calipari hat seinen Ansatz kaum verändert. Statt verstärkt auf Transfers zu setzen, baut er weiterhin auf hochveranlagte Freshmen. Schon zu Kentucky-Zeiten wurde ihm genau das vorgeworfen – zu wenig Erfahrung, zu viel Risiko.
Doch in Arkansas setzt er erneut auf Top-Talente wie Darius Acuff Jr. und Maleek Thomas – mit Erfolg. Beim Sieg in der zweiten Runde erzielte Acuff 36 Punkte, Thomas steuerte 19 bei.
Zwar hat Calipari seinen Kader punktuell mit erfahrenen Spielern ergänzt, doch klar ist: Dieses Team gehört Acuff. Der Freshman prägt das Spiel – und entwickelt sich gerade zum Star des Turniers.
Seine letzten Punktzahlen sprechen für sich: 36, 24, 30, 24, 37, 28. Damit spielt er sich nicht nur ins Rampenlicht der March Madness, sondern auch in den Fokus der NBA-Scouts.
Währenddessen dürfte man in Kentucky genau hinschauen. Dort setzt man inzwischen stärker auf Transfers – und wartet weiterhin auf den großen Erfolg. Gleichzeitig blüht Calipari bei einem direkten SEC-Rivalen wieder auf.
Klar ist: Arkansas ist kein Außenseiter. Das Team ist hochkarätig besetzt und verfolgt ambitionierte Ziele. Doch mit der aktuellen Form gehört es zu den gefährlichsten Mannschaften im Turnier.
Vielleicht brauchte Calipari keine Veränderung seiner Philosophie – sondern einfach nur einen Tapetenwechsel. Und einen Ausnahmespieler wie Acuff, der im entscheidenden Moment liefert.
Eines steht fest: John Calipari ist noch lange nicht abgeschrieben.
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