Mark Zuckerberg baut an einem riesigen Rückzugsort auf Hawaii. Elon Musk spricht von einer Zukunft mit „universellem Wohlstand“ dank KI. Und führende Köpfe der Tech-Szene diskutieren nicht nur über die Entwicklung künstlicher Intelligenz, sondern auch über Bunker und Rückzugspläne für den Tag X.
Was wie ein Science-Fiction-Drehbuch klingt, ist längst Realität – zumindest für die Superreichen des Silicon Valley.
🏝️ Zuckerbergs Insel: Ranch oder Rettungsstation?
Bereits seit 2014 arbeitet Meta-Chef Mark Zuckerberg an seinem 1.400 Hektar großen Grundstück auf der hawaiianischen Insel Kauai – bekannt als Koolau Ranch. Laut einem Bericht des US-Magazins Wired entsteht dort nicht nur eine luxuriöse Wohnanlage, sondern auch ein unterirdischer Schutzraum mit eigener Energie- und Lebensmittelversorgung. Handwerker mussten laut Vertrag Stillschweigen wahren, und ein Sichtschutz aus Beton versperrt den Blick auf das Areal.
Zuckerberg dementierte Spekulationen über einen „Doomsday-Bunker“ und sprach von einem „einfachen Keller“. Doch allein in Palo Alto, Kalifornien, soll er elf Grundstücke aufgekauft und auch dort einen 700 Quadratmeter großen unterirdischen Bereich errichtet haben – offiziell ebenfalls als „Keller“.
🏗️ Nicht allein: Mehrere Tech-Milliardäre rüsten auf
Zuckerberg ist nicht der Einzige:
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Reid Hoffman, Mitgründer von LinkedIn, spricht offen von „Apokalypse-Versicherung“
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Sam Altman (OpenAI) spekulierte darüber, sich im Katastrophenfall mit PayPal-Mitgründer Peter Thiel in Neuseeland zu verschanzen
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Ilya Sutskever, Chief Scientist von OpenAI, soll laut einem Buch von Karen Hao 2023 gesagt haben:
„Wir bauen definitiv einen Bunker, bevor wir AGI freigeben.“
AGI steht für Artificial General Intelligence, also künstliche Intelligenz mit menschlichem Denkvermögen – ein Meilenstein, der für einige Entwickler eher wie ein Risiko als ein Fortschritt erscheint.
🤖 Was, wenn Maschinen schlauer werden als wir?
Die Tech-Elite steht dabei zwischen Vision und Furcht: Sie entwickeln KI mit rasender Geschwindigkeit – und machen sich gleichzeitig Sorgen über die Folgen.
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Sam Altman prognostizierte Ende 2024 die Ankunft von AGI „früher als viele denken“
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Demis Hassabis (DeepMind) nennt ein Zeitfenster von 5 bis 10 Jahren
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Dario Amodei (Anthropic) hält sogar 2026 für realistisch
Doch andere bleiben skeptisch. Professorin Wendy Hall nennt AGI schlicht „eine Illusion“ und kritisiert, dass der Begriff ständig neu definiert werde.
„Es gibt noch nicht einmal die Grundlagen dafür“, meint auch Babak Hodjat von der Firma Cognizant.
🚨 Wenn KI zur Bedrohung wird
Trotzdem wächst die Faszination für sogenannte künstliche Superintelligenz (ASI) – also Systeme, die menschliches Denken weit übersteigen. Schon der ungarisch-amerikanische Mathematiker John von Neumann warnte in den 1950ern vor einer möglichen „Singularität“ – dem Punkt, an dem Maschinen sich schneller weiterentwickeln als der Mensch sie kontrollieren kann.
Elon Musk glaubt an eine Zukunft voller Wohlstand durch KI. Kritiker wie Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, warnen hingegen:
„Wenn sie klüger ist als wir, müssen wir sie kontrollieren können. Wir müssen sie abschalten können.“
🧠 KI – brillant, aber nicht bewusst
Trotz ihrer Fähigkeiten ist heutige KI noch weit von echtem Bewusstsein entfernt. Sie erkennt Muster, verarbeitet Sprache und kann Simulationen durchführen – aber sie fühlt nicht, weiß nicht, dass sie weiß, und lernt nur dann, wenn man ihr aktiv etwas „einimpft“.
„LLMs haben kein metakognitives Bewusstsein“, erklärt Hodjat.
„Ein Mensch hört, dass Leben auf einem Exoplaneten entdeckt wurde, und passt sein Weltbild an. Eine KI vergisst es, wenn man es ihr nicht ständig sagt.“
💸 AGI als Marketing-Trick?
Manche Experten glauben, dass der Hype um AGI vor allem eines sei: ein Geschäftsmodell.
„Wenn du behauptest, du baust das Intelligenteste, das je existiert hat – bekommst du Geld“, sagt Vince Lynch, CEO von IV.AI.
„AGI in zwei Jahren? Das ist Werbesprech.“
🔚 Fazit: Echte Gefahr oder selbstgemachte Panik?
Die Diskussion um AGI – und der Bunkerbau der Superreichen – wirft eine zentrale Frage auf:
Wovor haben sie wirklich Angst?
Ist es der Kontrollverlust über eigene Entwicklungen? Eine kommende globale Krise, die der Öffentlichkeit noch verborgen bleibt? Oder schlicht eine Mischung aus Größenwahn und Vorsorge?
Was sicher ist: Künstliche Intelligenz verändert bereits jetzt Gesellschaft, Arbeit und Alltag. Ob sie uns rettet – oder ersetzt – liegt nicht nur in den Händen der Entwickler, sondern auch in denen der Politik, Forschung und Zivilgesellschaft.
👉 Bleibt die Frage:
Wenn Milliardäre sich auf den Weltuntergang vorbereiten – sollten wir uns dann auch Sorgen machen?
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