Morgen findet in Deutschland erneut ein bundesweiter Warntag statt. Dabei testen Bund, Länder und zahlreiche Kommunen ihre Warnsysteme für Krisen- und Katastrophenfälle. Auch im Norden werden Sirenen heulen, Handys Alarm schlagen und Warnmeldungen über Fernsehen, Radio sowie digitale Infoscreens ausgespielt. Ziel der Übung ist es, die Systeme auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen – und die Bevölkerung mit den Abläufen vertraut zu machen.
„Ein Stresstest für die gesamte Warnkette“
Der Vizepräsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), René Funk, erklärte, der Warntag sei weit mehr als ein Routine-Test:
„Der bundesweite Warntag ist unser Stresstest unter Volllast. Wir simulieren eine reale Krisenlage und prüfen, ob die gesamte Übermittlungskette funktioniert – von der Auslösung der Warnung über das Modulare Warnsystem bis hin zum Endgerät. Unser Ziel ist es, dass im Ernstfall wirklich jeder Mensch in Deutschland zuverlässig und schnell erreicht wird.“
Damit werde nicht nur die Technik getestet, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in die Funktionsfähigkeit der Systeme gestärkt.
„Selbstschutz schafft Selbstvertrauen“
Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) appellierte eindringlich an die Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv mit den verschiedenen Warnsystemen auseinanderzusetzen:
„Wenn wir wissen, wie eine Warnung aussieht, wie sie klingt und wie wir darauf reagieren müssen, dann gibt uns das Sicherheit. Dieses Wissen schafft Selbstvertrauen – und genau dieses Selbstvertrauen brauchen wir, wenn wir in eine Krise oder gar eine Katastrophe geraten. Nur wer vorbereitet ist, kann im Ernstfall auch besonnen handeln.“
Auch Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) betonte die Bedeutung des Warntages:
„Wir möchten, dass die Menschen die Warnsignale nicht nur hören oder lesen, sondern sie auch im eigenen Alltag prüfen. Jeder sollte sich fragen: Würde mich die Warnung erreichen? Würde ich wissen, was zu tun ist? Denn nur wenn wir alle mit den Abläufen vertraut sind, können wir im Ernstfall schnell reagieren und Leben retten.“
Ablauf am Warntag
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11:00 Uhr: Das BBK löst über das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) eine Probewarnung aus.
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Die Warnmeldung wird an sämtliche angeschlossenen Kanäle übermittelt – darunter Rundfunk- und Fernsehsender, digitale Anzeigetafeln, Warn-Apps wie „NINA“ sowie über Cell Broadcast direkt an Millionen Handys.
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11:45 Uhr: Es folgt eine bundesweite Entwarnung. Eine Ausnahme gibt es beim Cell Broadcast: Dort ist aus technischen Gründen keine Entwarnung vorgesehen.
Warum der Warntag wichtig ist
Deutschland hat in den vergangenen Jahren mehrfach erlebt, wie entscheidend funktionierende Warnsysteme sind. Das Ahrtal-Hochwasser 2021 zeigte dramatisch, dass Verzögerungen und fehlende Informationen Menschenleben kosten können. Angesichts zunehmender Extremwetterlagen, technischer Störungen oder auch sicherheitspolitischer Gefahren will die Bundesregierung mit dem Warntag verdeutlichen: Frühwarnungen müssen zuverlässig, schnell und für alle verständlich sein.
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