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Bundesregierung plant digitale Brieftasche bis Ende 2026

muralinath (CC0), Pixabay
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Die Bundesregierung will bis Ende 2026 eine sogenannte digitale Brieftasche („Wallet“) einführen. Über diese App sollen Bürgerinnen und Bürger künftig wichtige Dokumente wie Führerschein, Personalausweis, Krankenkassenkarte oder auch Studien- und Ausbildungsnachweise direkt auf ihrem Smartphone speichern und verwenden können. Auch Behördengänge sollen dadurch deutlich einfacher und schneller werden – zum Beispiel das Ummelden eines Autos oder die Beantragung von Leistungen.

Verwaltung soll einfacher werden

„Die digitale Brieftasche ist ein zentraler Baustein für die Modernisierung der Verwaltung“, erklärte Hansjörg Durz (CSU), Vorsitzender des Bundestags-Digitalisierungsausschusses, in der Augsburger Allgemeinen. Ziel sei es, bürokratische Hürden abzubauen und den Bürgerinnen und Bürgern mehr digitale Services „aus einer Hand“ anzubieten.

Deutschland hinkt im EU-Vergleich hinterher

Der Handlungsdruck ist groß: Laut dem Branchenverband Bitkom liegt Deutschland bei digitalen Verwaltungsleistungen im europäischen Vergleich nur auf Platz 21 von 27 Mitgliedsstaaten. Andere Länder wie Estland, Dänemark oder Finnland sind hier weit voraus – dort gehören digitale Ausweise, Online-Banking-Verknüpfungen oder digitale Arztbesuche längst zum Alltag.

Sicherheit und Datenschutz als Schlüsselthemen

Eine zentrale Frage bei der Einführung der Wallet ist der Schutz sensibler Daten. Die Bundesregierung betont, dass die digitale Brieftasche höchste Sicherheitsstandards erfüllen müsse. Vorgesehen sind verschlüsselte Datenübertragungen, eine sichere Identifizierung über biometrische Verfahren (z. B. Fingerabdruck oder Gesichtserkennung) sowie die Möglichkeit, Nutzerinnen und Nutzern die volle Kontrolle über ihre Daten zu geben.

Auch die europäische Dimension spielt eine Rolle: Die Wallet soll mit der geplanten EU-Digital Identity Wallet kompatibel sein, die es ermöglichen soll, in allen EU-Mitgliedsstaaten digitale Identitäten zu verwenden – beispielsweise beim Reisen oder beim Abschluss von Verträgen im Ausland.

Kritik: Viel Nachholbedarf

Experten begrüßen zwar das Projekt, verweisen jedoch auf die zahlreichen Verzögerungen bei bisherigen Digitalisierungsmaßnahmen in Deutschland. Kritiker warnen, dass die Wallet am Ende zwar technisch fertiggestellt, aber von zu wenigen Bürgern genutzt werden könnte – ähnlich wie es bei der bisherigen Online-Ausweisfunktion der Fall war. Entscheidend sei deshalb eine einfache Handhabung und ein klarer Mehrwert im Alltag.

Fazit

Mit der digitalen Brieftasche will Deutschland endlich den Anschluss an die digitale Verwaltung in Europa schaffen. Gelingt das Projekt, könnte es viele Behördengänge vereinfachen und Papierdokumente zunehmend überflüssig machen. Doch ob das Vorhaben pünktlich umgesetzt wird und die Bevölkerung tatsächlich Vertrauen in die neue Technologie hat, bleibt offen.

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