Die SPD steht vor einer zentralen Aufgabe: Sie muss sich personell und inhaltlich neu aufstellen – und das möglichst schnell. Dafür braucht es an der Parteispitze Vorsitzende, die sich voll und ganz auf den Wiederaufbau konzentrieren können. Ministerämter und Parteiführung gleichzeitig auszuüben, ist in der aktuellen Lage ein Fehler.
Sowohl Lars Klingbeil als auch Bärbel Bas haben es bislang nicht geschafft, die richtigen Themen zu setzen und verloren gegangene Wähler zurückzugewinnen. Im Gegenteil: Klingbeil haftet zunehmend das Image eines Politikers an, der vor allem mit steigenden Benzinpreisen in Verbindung gebracht wird. Bas wiederum steht für unpopuläre Entscheidungen in den Bereichen Bürgergeld und Rente – Themen, die vielen Bürgern schwer zu vermitteln sind.
Hinzu kommt, dass beide Ämter bekleiden, die politisch besonders angreifbar sind: Der eine verwaltet die Finanzen, die andere muss soziale Einschnitte erklären. Das erschwert eine glaubwürdige Erneuerung der Partei zusätzlich.
Auch personell in der zweiten Reihe wirkt die SPD derzeit nicht überzeugend. Generalsekretär Tim Klüssendorf bleibt bislang blass und sollte Teil eines personellen Neuanfangs sein.
Die SPD hat sich diese Konstellation selbst geschaffen – nun muss sie das Beste daraus machen. Doch ohne einen echten personellen Neustart wird es schwer, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Gefragt sind neue Gesichter, klare Botschaften und eine Führung, die sich voll auf die Partei konzentriert. Nur so kann die SPD wieder wählbar werden.
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