Die britische Regierung hat bekräftigt, weiterhin eng mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, das Verhältnis zwischen beiden Ländern sei „offensichtlich nicht mehr das, was es einmal war“.
Darren Jones, Staatssekretär im Büro des Premierministers, sagte, er verstehe, dass Präsident Trump unzufrieden darüber gewesen sei, dass Großbritannien sich nicht an den ersten gemeinsamen US-israelischen Luftschlägen gegen den Iran beteiligt habe. Operativ sei die Zusammenarbeit jedoch unverändert. Britische Kampfjets unterstützten weiterhin US-Streitkräfte im Nahen Osten, zudem arbeiteten beide Länder bei Geheimdienstinformationen und Handelsfragen eng zusammen.
Kritik von Trump an Premierminister Starmer
Trump hatte Premierminister Sir Keir Starmer in einem Interview mit der Zeitung The Sun kritisiert und erklärt, dieser sei „nicht hilfreich“ gewesen. Es sei „sehr traurig zu sehen“, dass die Beziehung nicht mehr so sei wie früher. „Es ist eine ganz andere Art von Beziehung“, sagte Trump.
Zuvor hatte Starmer im britischen Parlament betont, die Regierung glaube nicht an „Regimewechsel aus der Luft“ und daher den USA für die erste Angriffswelle gegen den Iran keine Nutzung britischer Militärbasen gestattet. Inzwischen hat London jedoch zugestimmt, US-Streitkräften britische Stützpunkte für „defensive“ Maßnahmen zur Verfügung zu stellen, nachdem Iran mit Vergeltungsangriffen reagiert hatte.
Auf Nachfrage zu Vorwürfen, Starmer handele aus innenpolitischen Gründen mit Blick auf muslimische Wähler zurückhaltend, sagte Trump, das „könnte sein“. Der Premierminister habe „seine eigenen Schwierigkeiten“.
Militärische Lage im Nahen Osten
Die USA und Israel hatten am Wochenende Luftangriffe auf iranische Ziele durchgeführt, bei denen unter anderem das iranische Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Chamenei getötet wurde. Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen in der Region, unter anderem auf Israel, Bahrain, Kuwait, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien. Auch Schiffe in der Straße von Hormus sowie ein britischer Luftwaffenstützpunkt in Akrotiri auf Zypern gerieten unter Beschuss.
Die britische Regierung prüft derzeit die mögliche Entsendung des Zerstörers HMS Duncan ins Mittelmeer. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Das Kriegsschiff könnte zur Sicherung des Stützpunkts Akrotiri eingesetzt werden, der Ziel von Drohnenangriffen war.
Schutz britischer Staatsbürger
Außenministerin Yvette Cooper erklärte, rund 130.000 Britinnen und Briten hätten sich registriert, um aktuelle Informationen des Außenministeriums zur Lage im Golfraum zu erhalten. In den kommenden Tagen soll ein Charterflug aus der omanischen Hauptstadt Maskat starten, wobei besonders schutzbedürftige Staatsangehörige Vorrang haben sollen.
Trotz politischer Spannungen betont die britische Regierung, die strategische Partnerschaft mit den USA bleibe bestehen. Die kommenden Tage dürften jedoch zeigen, wie belastbar das transatlantische Verhältnis in der aktuellen Krise ist.
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