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Britische Polizei ermittelt gegen Mandelson wegen möglicher Informationsweitergabe an Epstein

dagmarbendel (CC0), Pixabay
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Die Londoner Metropolitan Police hat eine strafrechtliche Untersuchung gegen Lord Peter Mandelson eingeleitet. Dem ehemaligen Labour-Minister und früheren britischen Botschafter in den USA wird Amtsmissbrauch vorgeworfen. Er soll während seiner Zeit als Wirtschaftsminister vertrauliche, marktsensible Regierungsinformationen an den US-Finanzier und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben haben.

Auslöser sind kürzlich veröffentlichte E-Mails aus Akten des US-Justizministeriums, die nahelegen, dass Mandelson im Jahr 2009 Informationen an Epstein weiterleitete – unter anderem zu geplanten Maßnahmen während der globalen Finanzkrise. Darunter sollen Details zu einer einmaligen Steuer auf Bankerboni sowie Hinweise auf ein EU-Rettungspaket in Höhe von 500 Milliarden Euro gewesen sein.

Lord Mandelson äußerte sich bislang nicht öffentlich. Nach Informationen der BBC bestreitet er jedoch jedes strafrechtliche Fehlverhalten und weist zurück, aus finanziellen Motiven gehandelt zu haben. Die britische Regierung erklärte, sie werde die Ermittlungen umfassend unterstützen.

Der frühere Premierminister Gordon Brown sprach von einem „unentschuldbaren und unpatriotischen Akt“ und übermittelte der Polizei eigenes Material zu der mutmaßlichen Korrespondenz. Auch die Regierung bestätigte, relevante Unterlagen nach einer ersten Prüfung an die Polizei weitergeleitet zu haben.

Mandelson kündigte an, am Mittwoch aus dem House of Lords zurückzutreten. Sein Adelstitel bleibt ihm jedoch vorerst erhalten – dieser kann nur durch ein Parlamentsgesetz entzogen werden. Die Regierung arbeitet derzeit an einer entsprechenden Gesetzesgrundlage.

Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Vorwürfe als „beschämend“ und erklärte, Mandelson habe „sein Land im Stich gelassen“. Gleichzeitig betonte er, dass möglicherweise noch nicht alle Informationen bekannt seien.

Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch Berichte über frühere Zahlungen Epsteins an Mandelson und dessen Partner, die dieser bestreitet. Mandelsons langjährige Verbindung zu Epstein war bereits bekannt, als er 2024 zum US-Botschafter ernannt wurde. Nach neuen Enthüllungen wurde er jedoch wieder entlassen.

Opposition und Liberaldemokraten fordern nun Aufklärung über das Ernennungsverfahren und eine mögliche öffentliche Untersuchung zur Rolle Epsteins im britischen politischen Umfeld.

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