Große Gipfel, kleine Teilnahme: Chinas Staatschef Xi Jinping bleibt dem diesjährigen BRICS-Gipfel in Brasilien fern – zum allerersten Mal. Stattdessen schickt er Premier Li Qiang, vermutlich mit den Worten: „Sag einfach, ich hätte einen ganz wichtigen Termin. Irgendwas mit… Wirtschaft. Oder Pandas.“
Eine offizielle Begründung für Xis Fernbleiben? Fehlanzeige. Das Außenministerium in Peking bestätigte nur trocken, dass Xi lieber daheim bleibt, während sich seine Kollegen aus Brasilien, Indien, Südafrika – und theoretisch auch Russland – in Rio treffen. Theoretisch deshalb, weil auch Wladimir Putin absagt. Der kann allerdings nicht mal schnell zum Bäcker, ohne sich Sorgen um einen internationalen Haftbefehl machen zu müssen.
Dass Xi absagt, ist zwar ein Novum für BRICS, aber keine Weltpremiere. Schon 2023 beim G20-Gipfel in Indien ließ er sich vertreten – damals angeblich wegen diplomatischem Zoff mit Gastgeber Modi. Offenbar geht Xi neuerdings nach dem Prinzip: „Große Konferenzen? Schick den Praktikanten!“
Dass die BRICS-Staaten überhaupt noch als „Gruppe“ auftreten, ist fast schon ein Wunder. Seit Anfang 2024 ist der Club um den halben Globus gewachsen: Jetzt gehören auch Iran, Ägypten, Äthiopien und die Vereinigten Arabischen Emirate dazu – die Abkürzung müsste mittlerweile eigentlich BRICSEAU²I³ oder sowas heißen, aber das wäre schlecht fürs Branding.
Was Xi wirklich zu Hause hält, ist unklar. Vielleicht die Wirtschaft, vielleicht die Angst vor Mikrofonen, vielleicht auch einfach: Lustlosigkeit. Man munkelt, er habe Rio mit einem TikTok-Influencer-Event verwechselt und sofort das Interesse verloren.
Immerhin: Auch ohne Xi und Putin wird der Gipfel stattfinden. Vielleicht nicht als großes geopolitisches Ereignis, aber als außergewöhnlich effizienter Zoom-Call mit Buffet.
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