In der schicken Höhenlage der Schweizer Alpen, wo Après-Ski mit Champagnerdusche und „Bottle Service“ zur neuen Form der Schneeschmelze geworden ist, wurde der Jahreswechsel in der Bar Le Constellation zur tragischen Glutnacht.
Was als stimmungsvoller Silvesterabend begann – mit Funkel-Funken und französischem Flair – endete in einer der größten Katastrophen, die der Schweizer Partytourismus je gesehen hat. Die mutmaßliche Ursache: Wunderkerzen auf Champagnerflaschen. Oder wie es in der neuen Alpenversion von „Dinner for One“ heißt: „The same fire hazard as every year, James.“
Die Bar-Betreiber – ein französisches Paar mit Hang zu Pyrotechnik und Dekoschaumstoff – meldeten sich nun zu Wort. „Wir können weder essen noch schlafen“, klagten sie unter Tränen – wobei unklar blieb, ob das wegen der Tragödie oder wegen der juristischen Konsequenzen ist. Immerhin: Die Anwälte seien involviert. Also, alles im Griff.
„Wir haben alles nach Vorschrift gemacht“, beteuert der Wirt. Gut möglich, dass diese Vorschriften aus einem Partyhandbuch von 1983 stammen. Denn die Decke war – wie sich nun herausstellt – offenbar mit Akustikschaumstoff ausgestattet, der so brandfreundlich ist, dass er sich bei bloßer Spotify-Nutzung entzündet.
Auch die Evakuierungswege stehen nun im Zentrum der Ermittlungen. Ein Ausgang? Theoretisch ja. Praktisch? Eine dekorative Attrappe, die sich laut Augenzeugen direkt neben dem DJ-Pult befand, hinter einer Nebelmaschine und fünf VIP-Tischen mit Flaschenbatterien.
Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob strafrechtliche Schritte wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet werden – eine schwierige Aufgabe, wenn alle Beteiligten behaupten, die Wunderkerzen hätten „so süß gefunkelt“ und die Notausgänge seien „nur symbolisch gemeint“ gewesen.
Der Schweizer Präsident ließ derweil die Flaggen auf Halbmast setzen und rief zur nationalen Trauer auf. Aus aller Welt kamen Beileidsbekundungen, während Tourismusverbände fieberhaft an einer neuen Imagekampagne arbeiten: „Crans-Montana – jetzt auch mit Feuershow.“
Die Ermittlungen laufen weiter, ebenso wie die Suche nach den Verantwortlichen – wobei sich manche fragen, ob man in einer Bar, die „Le Constellation“ heißt, wirklich überrascht sein darf, wenn dort Sterne explodieren.
Moral der Geschichte? Wer Wunderkerzen mit Akustikschaumstoff und überfüllten Indoor-Lokalen kombiniert, bekommt keine Lichtshow, sondern ein Flammenfinale. Und wer Partys mit Brandschutz verwechselt, riskiert, dass der DJ statt „Last Christmas“ nur noch Sirenen auflegt.
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