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Boykott gegen McDonald’s wegen Rücknahme von DEI-Maßnahmen

grafikacesky (CC0), Pixabay
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In den USA formiert sich Widerstand gegen McDonald’s: Die Graswurzelbewegung The People’s Union USA ruft ab dem 24. Juni zum Boykott der Fast-Food-Kette auf. Grund ist die Rücknahme von unternehmensinternen Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion – kurz DEI (Diversity, Equity, Inclusion). McDonald’s hatte Anfang des Jahres seine DEI-Ziele überarbeitet und unter anderem das Setzen von Diversitätsquoten für Führungskräfte sowie ein Programm zur Förderung vielfältiger Zulieferer eingestellt.

Laut John Schwarz, Gründer der People’s Union, geht es bei dem Protest um weit mehr als nur interne Richtlinien. Auf Instagram und gegenüber USA TODAY nannte Schwarz fünf Hauptgründe für den Boykott: Profit über Menschen, Preistreiberei, Steuervermeidung, ungleiche Bezahlung und ausbeuterische Werbung. Die DEI-Maßnahmen des Unternehmens seien nicht mehr als ein PR-Stunt, so Schwarz: „Wir finanzieren keine Unternehmen mehr, die so tun, als würden sie für etwas stehen, während sie in Wirklichkeit nichts verändern.“

Die Rücknahme von DEI-Initiativen bei McDonald’s steht im Kontext eines breiteren gesellschaftspolitischen Trends. Bereits während des Präsidentschaftswahlkampfs 2024 war DEI zum politischen Streitpunkt geworden. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump hat sich die Lage weiter zugespitzt: Durch neue Erlässe verbot er „illegale DEI“-Programme sowohl im Staatsdienst als auch in der Privatwirtschaft. Demokratisch orientierte Verbraucher und Aktivistengruppen sehen sich nun als Verteidiger progressiver Werte und antworten mit Boykotten.

Auch andere große Konzerne wie Target mussten bereits wirtschaftliche Rückschläge infolge ähnlicher Proteste hinnehmen. Der Einzelhandelsriese machte das Ende bestimmter Diversitätsprogramme mitverantwortlich für sinkende Umsätze im ersten Quartal 2025.

Für McDonald’s kommt der Boykott zur Unzeit: Der Konzern verzeichnete im ersten Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang in den USA – den stärksten Einbruch seit der COVID-19-Pandemie. CEO Chris Kempczinski sprach von wirtschaftlicher Unsicherheit, zeigte sich jedoch zuversichtlich, die Herausforderungen zu meistern.

Die People’s Union plant unterdessen weitere Protestaktionen: Für den 4. Juli ist ein sogenannter „economic blackout“ angekündigt, im Juli folgen Boykottaufrufe gegen Starbucks, Amazon und Home Depot. Im August sollen Walmart, McDonald’s und Lowe’s folgen.

McDonald’s selbst äußerte sich bisher nicht öffentlich zum geplanten Boykott.

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