In Bolivien sind die Bürgerinnen und Bürger an diesem Sonntag zu einer richtungsweisenden Wahl aufgerufen. Rund acht Millionen Menschen sind stimmberechtigt und entscheiden über die Zusammensetzung des Parlaments sowie über den künftigen Präsidenten und Vizepräsidenten des Landes.
Nach aktuellen Umfragen liegen die konservativen Oppositionskandidaten in Führung. Damit zeichnet sich die Möglichkeit eines politischen Machtwechsels ab – nach nahezu 20 Jahren linker Regierung, die zunächst von Evo Morales und später von dessen Parteikollegen Luis Arce geprägt war. Arce, der das Präsidentenamt derzeit innehat, tritt diesmal nicht erneut an.
Die Wahl findet in einer Phase schwerer wirtschaftlicher Probleme statt. Bolivien gehört zu den ärmsten Staaten Südamerikas und steckt in einer tiefen Wirtschafts- und Versorgungskrise. Im Alltag der Menschen machen sich Benzin- und Devisenmangel, eine anhaltend hohe Inflation sowie Engpässe bei Medikamenten bemerkbar. Viele Wählerinnen und Wähler sehen die politische Entscheidung daher auch als Abstimmung über mögliche Wege aus dieser Krise.
Internationale Beobachter rechnen mit einer hohen Wahlbeteiligung. Sie betonen zugleich, dass der Urnengang nicht nur über die politische Zukunft des Landes entscheidet, sondern auch über die gesellschaftliche Stabilität Boliviens in einer Phase wachsender Unzufriedenheit.
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