BMW bleibt seiner Tradition treu: Kaum gewöhnt man sich an das Gefühl, dass Premium auch „Premium-Temperaturentwicklung“ bedeuten könnte, folgt schon der nächste Rückruf. Weltweit 337.374 Fahrzeuge sollen vorsorglich in die Werkstatt – nur für den Fall, dass es im Cockpit ein bisschen zu warm wird.
Betroffen sind unter anderem i5, 7er, M5, 5er und i7 aus dem Produktionszeitraum Juni 2022 bis Dezember 2025. Also im Grunde alles, was teuer klingt und elektrisch summt oder zumindest sehr wichtig aussieht. In Österreich könnten potenziell 2.735 Fahrzeuge betroffen sein – also ungefähr jede zweite Tiefgarage in Wien-Döbling.
Der technische Hintergrund liest sich wie Lyrik aus dem Ingenieurhandbuch: Beim Ersatz des Mikrofilters könne eine mangelhafte Verlegung des Cockpit-Kabelbaums zu Kabelbeschädigungen führen – und damit zu Kurzschluss, Rauchentwicklung und im besten Fall zu einer spontanen Demonstration thermischer Energie.
Oder einfacher gesagt: Beim Wechseln eines Filters könnte es vorne drin ein bisschen kokeln.
BMW betont jedoch beruhigend, dass im Zusammenhang mit diesem Fehler „kein Unfall bekannt“ sei. Man könnte also sagen: Bisher hat nur die Theorie gebrannt.
Besonders tröstlich ist auch die Service-Logik:
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Wer bereits einen Ölservice mit Mikrofilterwechsel hatte, sollte „umgehend“ prüfen lassen, ob der Kabelbaum noch entspannt liegt oder bereits Existenzängste entwickelt hat.
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Wer noch keinen Ölservice hatte, kann beruhigt weiterfahren – da besteht „kein unmittelbarer Handlungsbedarf“. Das Feuer wartet höflich bis zum ersten Werkstatttermin.
Es ist übrigens nicht der erste Ausflug in Richtung Flammenmeer: Schon im vergangenen Herbst rief BMW Hunderttausende Fahrzeuge wegen möglicher Brandgefahr durch ein Starterproblem zurück. Man könnte fast meinen, die Marke arbeite an einer besonders leidenschaftlichen Kundenbindung.
Fazit: Fahrfreude bleibt – nur gelegentlich mit leichtem Rauchsignal.
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