Die Nachricht wiegt schwer: Ein hochrangiger BMW‑Manager ist am Münchner Flughafen festgenommen worden. Der Verdacht lautet auf schweren sexuellen Kindesmissbrauch. Die Vorwürfe sind gravierend, die Ermittlungen laufen, der Beschuldigte befindet sich laut Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft.
Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens gilt: BMW darf jetzt nicht abwarten. Der Konzern muss den betroffenen Manager mit sofortiger Wirkung freistellen, bis der Sachverhalt vollständig und zweifelsfrei aufgeklärt ist.
Es geht dabei nicht um eine Vorverurteilung. In einem Rechtsstaat gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Doch genauso gilt: Bei einem derart schweren Verdacht – insbesondere wenn es um den möglichen Missbrauch von Kindern geht – gibt es keinen Spielraum für taktisches Schweigen oder internes Wegducken.
Nach Medienberichten soll der Beschuldigte über Jahre hinweg seine eigene Tochter missbraucht haben. Die Anzeige ging demnach von der Tochter selbst aus. Im Zuge der Ermittlungen seien zudem Hinweise auf weitere mögliche Betroffene aufgetaucht. Bei einer Durchsuchung wurden offenbar umfangreiche kinderpornografische Inhalte sichergestellt, die derzeit forensisch ausgewertet werden.
Sollten sich diese Vorwürfe auch nur teilweise bestätigen, handelt es sich nicht um ein „privates Fehlverhalten“, sondern um schwerste Straftaten, die mit jeder Form von Führungsverantwortung unvereinbar sind.
Gerade ein weltweit agierender Konzern wie BMW trägt eine besondere Verantwortung – gegenüber seinen Beschäftigten, seinen Kunden und der Öffentlichkeit. Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch klares Handeln.
Eine sofortige Freistellung ist daher kein Schuldspruch, sondern das mindeste notwendige Signal:
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zum Schutz möglicher weiterer Betroffener
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zur Wahrung der Integrität des Unternehmens
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und zur uneingeschränkten Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden
Alles andere würde den Eindruck erwecken, wirtschaftliche Interessen stünden über moralischer Verantwortung. Und genau diesen Eindruck darf und darf ein Unternehmen wie BMW nicht entstehen lassen.
Jetzt ist Führung gefragt. Nicht später. Nicht nach interner Prüfung. Sondern sofort.
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