Die frühere Außenministerin Hillary Clinton und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton sollen in dieser Woche vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses aussagen. Hintergrund ist die Untersuchung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Die Befragungen finden in der Nähe des Wohnsitzes der Clintons in Chappaqua im Bundesstaat New York statt. Hillary Clinton wird am Donnerstag, dem 26. Februar, aussagen, Bill Clinton folgt am Freitag. Beide Aussagen werden aufgezeichnet und protokolliert.
Der Vorsitzende des Aufsichtsausschusses des Repräsentantenhauses, der Republikaner James Comer aus Kentucky, erklärte Anfang des Monats, man freue sich darauf, die Clintons im Rahmen der Untersuchung zu Epsteins und Ghislaine Maxwells „schrecklichen Verbrechen“ zu befragen. Ziel sei es, Transparenz und Rechenschaft gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit sowie den Opfern herzustellen.
Die Clintons hatten zunächst ihre Kooperation zugesagt, jedoch eine persönliche Anhörung abgelehnt. Sie bezeichneten die Untersuchung als parteipolitisch motiviert und als Versuch, Präsident Donald Trump zu schützen. Nachdem die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus Schritte einleitete, um sie wegen Missachtung des Kongresses zur Verantwortung zu ziehen – was strafrechtliche Konsequenzen hätte haben können –, erklärten sie sich schließlich bereit, persönlich zu erscheinen.
Tauchen die Clintons in den Epstein-Akten auf?
Bill Clinton wird in vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten im Zusammenhang mit Epstein erwähnt. Er gehört zu zahlreichen prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Finanzwelt, Wissenschaft und Wirtschaft, deren Namen in den Unterlagen auftauchen – sowohl vor als auch nach Epsteins Schuldeingeständnis im Jahr 2008 wegen Prostitutionsdelikten.
Clintons Name erscheint unter anderem in Flugprotokollen aus den Jahren 2002 und 2003, die Reisen mit Epstein nach Thailand, Portugal, Ghana, Russland und China dokumentieren. Diese Reisen fanden mehrere Jahre vor Epsteins Schuldeingeständnis statt, das unter anderem mit Prostitution einer Minderjährigen in Zusammenhang stand.
Zudem ist der ehemalige Präsident auf Fotos zu sehen und wird in einer handschriftlichen Notiz in einem Buch erwähnt, das Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell zu dessen 50. Geburtstag zusammenstellte.
Hillary Clintons Name erscheint in den veröffentlichten Dokumenten mehr als 700-mal. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Medienberichte über ihren Präsidentschaftswahlkampf 2016, die Epstein zugesandt wurden.
Außerhalb der Akten wurde Hillary Clinton im Zusammenhang mit der Teilnahme Maxwells an einer Veranstaltung der „Clinton Global Initiative“ im Jahr 2013 befragt. Medienberichten zufolge war Maxwell als Ehrengast gelistet, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits in Zivilklagen beschuldigt worden war, Epstein beim sexuellen Missbrauch Minderjähriger unterstützt zu haben.
In einem Interview mit der BBC erklärte Clinton, Maxwells Anwesenheit sei eher zufällig gewesen, da „Tausende Menschen an der Clinton Global Initiative teilnehmen“. Ihrer Ansicht nach stehe dies nicht im Kern der Angelegenheit. Entscheidend sei, dass Epstein und Maxwell schrecklicher Verbrechen an Mädchen und Frauen beschuldigt und in beiden Fällen verurteilt worden seien – darauf solle der Fokus liegen.
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