Startseite Allgemeines Bilanzanalyse: Deutsche Gold Manufaktur GmbH – Jahresabschluss 2023
Allgemeines

Bilanzanalyse: Deutsche Gold Manufaktur GmbH – Jahresabschluss 2023

Merio (CC0), Pixabay
Teilen

📌 Positiv hervorzuheben:

  1. Starkes Wachstum der Bilanzsumme
    Die Bilanzsumme hat sich mit über +178 % gegenüber dem Vorjahr von rund 1,88 Mio. € auf 5,24 Mio. € massiv erhöht – ein deutliches Zeichen für Expansion. Besonders stark gestiegen ist das Umlaufvermögen, was auf operative Geschäftsausweitung schließen lässt.

  2. Hoher Bilanzgewinn
    Der Bilanzgewinn von 1,91 Mio. € ist beeindruckend. Im Vorjahr lag der Jahresüberschuss noch bei rund 543.000 €, ein deutliches Plus. Das signalisiert gute Profitabilität – auch wenn unklar ist, ob diese nachhaltig ist.

  3. Eigenkapitalquote verbessert
    Das Eigenkapital ist von 1,19 Mio. € auf 3,1 Mio. € gestiegen, was eine deutliche Stärkung der Kapitalbasis bedeutet. Die Eigenkapitalquote liegt nun bei etwa 59 %, was aus Anlegersicht sehr solide ist.


⚠️ Kritische Punkte & Risiken:

  1. Hoher Bestand an liquiden Mitteln
    Rund 2,58 Mio. € werden als Bankguthaben gehalten. Das ist zwar ein Sicherheitspolster, wirft aber Fragen auf: Warum wird so viel Liquidität gehortet? Gibt es keine Wachstumsinvestitionen? Oder ist man risikoavers?

  2. Hohe Rückstellungen – mit Fragezeichen
    Die Rückstellungen betragen 1,5 Mio. €, eine Verfünffachung gegenüber dem Vorjahr. Es wird nicht erläutert, wofür genau – das birgt Unsicherheit. Rückstellungen könnten auf schwebende Risiken oder Vorsichtsmaßnahmen hindeuten.

  3. Darlehen an den Gesellschafter-Geschäftsführer
    Mit rund 261.000 € fällt ein erheblicher Teil der Forderungen auf ein Gesellschafterdarlehen. Das ist aus Governance-Sicht heikel, da Interessenkonflikte nicht auszuschließen sind – und aus Anlegersicht wenig attraktiv.

  4. Anstieg der Verbindlichkeiten mit langer Laufzeit
    Besonders auffällig: Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber dem Geschäftsführer stiegen von 25.000 € auf 265.000 € – ein erheblicher Zuwachs. Es entsteht der Eindruck, dass die Finanzierung teils über private Mittel des Geschäftsführers erfolgt. Auch hier fehlt es an Transparenz.

  5. Keine Aussage zur Geschäftsentwicklung oder zum Geschäftsmodell
    Der Anhang gibt keinerlei Einblick in die Ertragslage, die Margen, die Marktposition oder strategischen Ziele des Unternehmens. Das macht es Anlegern schwer, das Ergebnis einzuordnen.

Fazit aus Anlegersicht:

Die Bilanz 2023 zeigt ein dynamisch wachsendes Unternehmen mit solider Eigenkapitalquote und guter Liquidität, aber auch Transparenzmängeln und potenziellen Governance-Risiken.

Positiv: hohe Gewinne, starkes Eigenkapital, operative Expansion
Negativ: undurchsichtige Rückstellungen, Darlehen an Geschäftsführer, fehlende strategische Einblicke

Anleger sollten wachsam bleiben und weitere Details zur Ertragsstruktur, Geschäftsentwicklung und Mittelverwendung einfordern. Bei einer möglichen Kapitalbeteiligung wäre eine Due Diligence dringend zu empfehlen.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

EU-Parlament bremst Mercosur – Die Grünen und Linken als Totengräber der europäischen Wettbewerbsfähigkeit?

Was seit über 25 Jahren mühsam verhandelt wurde, droht nun an ideologischer...

Allgemeines

Phil Collins benötigt rund um die Uhr Pflege: Der Musiker spricht offen über seinen Gesundheitszustand

Der britische Musiker Phil Collins, bekannt als Sänger und Schlagzeuger der Band...

Allgemeines

Bilanzanalyse 2023 – My Gold Depot Vertriebs GmbH

Überblick Die My Gold Depot Vertriebs GmbH mit Sitz in Erding legt...