Rechnungen mit Logo, Absender und korrektem Betrag wirken auf den ersten Blick seriös – doch immer wieder wird die IBAN unbemerkt ausgetauscht. Mit dieser Methode versuchen Cyberkriminelle, Unternehmen um Geld zu bringen.
Ein konkreter Fall: Dachdecker Gerd S. sollte nach einem Auftrag Rechnungen in Höhe von 27.000 Euro. Während seines Urlaubs hatten sich Unbekannte Zugang zu seinem E-Mail-Postfach verschafft. Sie fingen die Rechnung ab, passten lediglich die IBAN an und schickten sie an den zuständigen Sachbearbeiter. Alle übrigen Angaben waren identisch, sodass der Betrugsversuch erst bei genauer Prüfung auffiel.
Weitere Beispiele zeigen: Auch andere Handwerksbetriebe wurden Opfer dieser Masche. Teilweise überwiesen Kunden fünfstellige Beträge auf ausländische Konten. Laut Verbraucherzentrale Bayern häufen sich solche Fälle seit Anfang 2025, auch wenn noch nicht von einem Massenphänomen gesprochen werden kann. Besonders anfällig seien per E-Mail versandte PDF-Rechnungen, da Änderungen kaum auffallen.
Hinweise zum Schutz:
- Vorsicht bei ungewöhnlichen IBANs, vor allem mit ausländischem Ländercode.
- Rechnungsdaten bei höheren Beträgen telefonisch oder schriftlich bestätigen lassen.
- Nicht von kurzen Zahlungsfristen unter Druck setzen lassen.
- E-Mail-Konten konsequent absichern, etwa durch Zwei-Faktor-Authentifizierung und Verschlüsselung.
Im Fall von Gerd S. verhinderte eine aufmerksame Buchhalterin den Schaden, da ihr die portugiesische IBAN auffiel. Zwar erstattete er Anzeige, doch die Ermittlungen verliefen im Sande.
Kommentar hinterlassen